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Städte richtig gut fotografieren: Meine Tipps

Fotos von Sehenswürdigkeiten sehen alle gleich aus. Kein Wunder, denn viele Touristen betreiben Städtefotografie im Holzhacker-Stil: Einfach Raufhalten und knipsen, irgendein Bild wird schon irgendwie gut aussehen. Dabei sind Städtereisen und Fotos in Städten eigentlich großartig, denn die Motive sind fast unendlich und spannend.

Aber wie fotografiere ich in einer Stadt? Eigentlich wie überall, wo man die Grundregeln wie Komposition oder Beobachten anwendet: Man erkundet das Große der Stadt, wie sieht sie aus und woran ist sie schon von weitem erkennbar. Außerdem die Entdeckung der Kleinigkeiten, was macht die Stadt aus und wie erlebe ich sie?! Hier meine Tipps, wie ich in Städten vorgehe und versuche sie auf Fotos einzufangen:

 

Sehenswürdigkeiten: erst normal und dann…

Tower Bridge mit Flugzeug

Als erstes lichte ich eine Attraktion oder ein Monument von einem geeigneten (oft mit anderen geteilten) Standort ab. Das Foto wird wahrscheinlich genau so, wie es tausend andere Touris auch haben und wie jede gewöhnliche Postkarte das Motiv abbildet. Aber darum geht es: Ich habe mein Foto der Attraktion schon mal sicher im Kasten. Jetzt kann ich in Ruhe weitermachen: Ich suche nach anderen interessanten Perspektiven, Details, beobachte die Umgebung, suche nach Dingen die ich in den Vordergrund nehmen kann oder nach Spiegelungen. So bekomme ich die interessanteren Fotos einer Sehenswürdigkeit, die die meisten nicht haben.

Casa Mila Barcelona mit Menschen

Oft hat man das Pech, an den touristischen Punkten auf Unmengen von Menschen zu treffen, die sich ungeniert ins Bild schieben. Da kann man nicht viel tun. Meist heißt es geduldig warten, bis die Sicht wieder frei ist, nett fragen ob sie kurz beiseite gehen können oder zu einer anderen Zeit wiederkommen, wenn weniger los ist. Ein anderer Ausweg: Die Menschenmengen einfach mit ins Bild integrieren. Z.B. als Schatten oder als verwischte bewegte Körper (lange Belichtungszeit wählen). So können Fotos trotz vieler Menschen trotzdem gut werden.

 

Kleinigkeiten und Charakter

Hier hilft gutes Beobachten. Es gibt immer wieder Kleinigkeiten, die mir auffallen: Schilder, Streetart, typische Fassaden, Straßenschilder, Schaufenster, Gerichte, Muster usw. Es sind die kleinen Dinge, die einem Ort Charakter geben. Deswegen immer die Augen offen halten und auch mal etwas Kleines fotografieren.

Schlösser an der HaPenny Bridge in Dublin

Neben Details fange ich auch gerne Augenblicke oder urbane Szenen ein. Manchmal schieße ich dann mit der Kamera einfach aus Bauchhöhe, ohne durch den Sucher zu schauen. Dabei Kamera schön still halten. Ab und zu fotografiere ich auch einfach mit dem Smartphone, weil es gerade schneller zu greifen ist oder einfach unauffälliger als meine Spiegelreflex-Kamera.

drummer in London

 

Das Große zeigen: Die Skyline oder die Stadt von Oben

Es sind bestimmte Wahrzeichen und Umrisse, die eine Stadt einzigartig machen. Deswegen gehören Fotos von oben oder von der Skyline einfach zu einer Städtereise dazu.

Auckland von oben

Barcelona von oben

Die Sicht von Oben hat ganz besonderen Reiz: Alles wirkt spielzeug-klein, Highlights lassen sich erkennen und die Aussicht ist einfach zum Genießen. Und wenn ich für einen Turm oder Aussichtspunkt schon Eintritt gezahlt habe, will ich auch das Panorama festhalten.

Der Blick auf die Skyline macht einen Ort unverwechselbar und zeigt oft ebenfalls seine Größe oder seinen Charakter. Also einen guten Aussichtspunkt gesucht und das Panorama abgelichtet!

 

Gebäude und Fluchten gerade rücken

Straßenschluchten sind schwer zu fotografieren. Wenn man sie zur vollen Größe ins Bild nimmt, fehlt es an Details. Fotografiert man ein Detail gehen die Dimensionen verloren. Da hilft nur eines: Probieren und manchmal wird es was. Eine Grundregel hilft aber: Nicht mittig stellen, sondern seitlich, sodass man von der einen Seite mehr sieht. Das gibt dem Bild mehr Dynamik und Details.

straßenschlucht in New York

Bei Gebäuden sind die Falllinien manchmal heikel: Wer von unten nach oben fotografiert verzerrt nicht selten das ganze Gebäude auf dem Bild. Am besten einen Standort weiter entfernt und idealerweise erhöht suchen, damit die vertikalen Linien möglichst gerade werden.

 

Die Blaue Stunde ist dankbar

blaue stunde an der Brooklyn Bridge

Kurz bevor es dunkel wird und kurz nach Sonnenuntergang ist das Licht in Städten am schönsten: Vor Sonnenuntergang wird alles golden angeleuchtet, das Licht wird warm. Und kurz nach Sonnenuntergang ist der Himmel oft noch blau und die Gebäude sind schon angeleuchtet. Einfach ein schönes Licht um zu fotografieren.

 

Städte leuchten bei Nacht!

Hongkong bei Nacht

Das ist das Tolle an Metropolen: Bei Nacht leuchten sie in allen Farben: Neonreklamen, beleuchtete Skylines, Straßenlaternen. Mit einem Stativ und langen Belichtungszeiten (Blitz verboten!) lassen sich so großartige Bilder einfangen. Also, unbedingt auch am Abend und bei Nacht die Kamera mitnehmen!

 

4 Kommentare

  1. Holger sagt

    Danke für die Tipps für bessere Bilder. Einige davon kannte ich schon, manche habe ich schon wieder vergessen und ein paar sind auch für mich neu.

  2. Tolle Bilder. ich finde dass Nachtaufnahmen immer was besonderes sind. Die vielen Lichter in unterschiedlichen Farben und der dunkelblaue bis fast schwarzer Himmel im Kontrast, ergeben ein wahres Kunstwerk :).

    Hier habe ich aber öfters Tagesbilder, da die Berge im dunkeln gar nicht zu erkennen sind :P Wenn, dann sind die zum Abend hin, wenn die Sonne untergeht, echt wunderschön.

    • Tobias sagt

      Danke danke, ich mag Nachtaufnahmen auch sehr. Und das abendliche warme Licht stell ich mir vor allem in den Bergen toll vor!

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