Neuseeland, Nordinsel
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Wellington

Auf der Suche nach der Bushaltestelle fragen wir einen jungen Vater mit Kinderwagen nach dem Weg. Er zeigte nach vorn und begleitete uns ein Stück, war eh seine Richtung. Wir kamen ins Gespräch, viele Deutsche hier und wir sollten in Wellington unbedingt an die Uferpromenade gehen. Dann stellte er DIE Frage, die uns noch nie jemand gestellt hatte: „Geht Ihr auch gern zur Jagd?“ Er selber sei ab und zu mal in den Wäldern hier, da und dort (stoppt und zeigt in drei Richtungen) unterwegs. Dafür habe er extra ein großes Messer (grinst). Ah ja.

Cable Car vor Aussicht in Wellingtonder Beehiveam UferWC-Piktogramme an der Waterfront in WellingtonAuf der City to Sea BridgeAuf der City to Sea BridgeDie Skulptur aus FarnenDer Sprungturm in der CityDas Te Papa MuseumFanta mit Bond, James BondGut, dass wir an der Bushaltestelle angekommen waren. Wir wohnten diesmal etwas außerhalb und konnten auf der Fahrt in die City unsere Begegnung mit dem schießwütigen Daddy verdauen. War ja ein guter Start für Wellington.

Ein paar Dinge zeichnen Wellington aus, lernten wir bei unserer Ankunft. Erstens, der Wind weht immer, Windy Wellington wird seinem Namen absolut gerecht. Zweitens: Auf der einen Seite der Stadt befindet sich die Bucht des Wellington Harbours, auf der anderen steile Berge. Wie kleine Vogelnester sind hier die Häuser in den Fels gebaut. Drittens: Weil Platz so unglaublich begrenzt ist, wurde immer mal wieder Land aufgeschüttet. Ehemalige Küstenstraßen laufen jetzt mitten durch die City, zum Beispiel der Lambton Quay. Folglich war unser Programm: Erst auf den Berg und dann runter zur Waterfront.

Wir nahmen also das Cable Car hoch zu den Botanic Gardens. Oben an der Aussichtsplattform hat man wirklich einen super Blick über die Stadt. An der Bergstation der Seilbahn stöberten wir im Souvenir-Shop mit Aussicht und besuchten das kostenlose Cable-Car-Museum. Dort erfuhren wir von noch einer Besonderheit Wellingtons: Da so viele Menschen oben am Hang wohnen und die Häuser nur über lange Treppen zu erreichen sind, gibt es eine ganze Reihe kleiner privater Cable Cars. Im Informations-Video strahlte ein älteres Ehepaar: „Jetzt können wir im Alter in unserem Haus bleiben und müssen auch unseren alten Hund nicht mehr die Treppe hinauf tragen.“

Am unteren Ende des Botanischen Gartens sind die Regierungsgebäude. Nicht sonderlich erwähnenswert für eine Hauptstadt. Witzig nur, dass die Regierung und ihre Minister alle ihre Büros im Beehive, dem Bienenstock, haben. Bei der Symbolik werden sie sich sicher was gedacht haben.

Die Uferpromenade von Wellington ist super. Hier kann man Kajak fahren (danke, heute nicht), Rollerblades mieten oder auch einfach flanieren. Eis essen, Kaffee trinken und chillen sind auch denkbar. Einfach nett. Außerdem verbindet Hafen und Stadt eine der aufregendsten Brücken über die wir je gelaufen sind. Die gesamte City to Sea Bridge ist Kunstwerk aus Holz und Beton. Aus großen Holzplanken und Stahl gefertigte Figuren verzieren die Brücke und Bänke laden zum Relaxen ein. In direkter Nachbarschaft übrigens der Civic Square mit der bekannten Stahlkugel aus Blättern neuseeländischer Farne.

Wir schlenderten weiter durch die Stadt, am Wasser entlang Richtung Te Papa Museum. Das ist das Nationalmuseum Neuseelands, und jeder, auch der Jäger, meinte es zähle zu den besten Museen die je gebaut wurden. Leider leider leeiiiider hatten wir echt keine Zeit für einen Museumsbesuch eingeplant. Ich bin sicher, das war dumm dumm dumm und das nächste Mal in Wellington werden wir hier bestimmt Zeit verbringen.

Direkt nebenan ein weiteres Fun-Ding des Outdoor-begeisterten Neuseeländer: Ein Sprungturm um ins Hafenbecken zu springen. Eine Gruppe Jugendlicher sprang hier ins Wasser, kletterte zurück auf den Turm, sprang wieder ins Wasser. Eine Gruppe Touristen am Beckenrand knipste ein Foto von den Sprüngen, kontrollierte die Kamera, knipste wieder ein Foto.

Weil wir schon eine ganze Weile in englischsprachigen Ländern unterwegs sind, fand Fanta es sei genau jetzt wirklich an der Zeit, einen Film im englischen Original zu schauen. Am besten mit spannenden Jagdszenen und Schießereien.  Die Wahl war schnell getroffen: Skyfall. Grandioser Film. Er ließ uns anschließend die ganze Busfahrt zum Holiday Park nicht los.

 

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