Neuseeland, Nordinsel
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Am Lake Taupo

Das war mutig, fanden wir: Als wir uns auf den Weg nach Taupo machten, war am Vortag der Vulkan Tongariro in unmittelbarer Nachbarschaft ausgebrochen. Wir fuhren trotzdem! Musik laut aufgedreht und mit frisch reparierter Windschutzscheibe fuhren wir auf den Thermal Explorer Highway. Nach ein paar Kilometern fiel uns auf, dass uns nur Autos entgegen kamen, in unsere Richtung aber fast keiner fuhr. Oha, das machte uns nachdenklich. Nicht, dass in Taupo am Ende doch Aschewolken vom Himmel fallen?! Zwischenstopp: Auf einem Parkplatz fragte ich deutsche Touristen, die gerade aus Richtung Taupo kamen, wie es dort sei. Das Pärchen guckte verständnislos: „Schön, da ist ein See…“ Nein nein, ich meinte wegen des Vulkanausbruchs. Wieder ein verständnisloses Gesicht. „Vulkanausbruch?!“ Das genügte mir, wir konnten sorgenfrei weiterfahren.

Die Ernest Kemp am TauposeeMaori Steinschnitzerei am Lake TaupoDie Echse bewacht das KunstwerkDie Huka Fälletosendes Wasseran den Craters of the MoonWarnung, die Erde bewegt sich hierRadrennen um den SeeStopp am SH 1Mount NgauruhoeFanta am NgauruhoeTaupo ist ein netter Ferienort am Tauposee (Lake Taupo). Bei gutem Wetter sieht man hinter dem See die Vulkane Mount Tongariro und Mount Ngauruhoe. Unsere Motivation für eine Dampferfahrt auf dem See war aber eine ganz andere: Die Maori Rock Carvings in der Mine Rock Bay. Sie sind nur vom Wasser aus zu sehen, ganz um die Ecke der ehemaligen Residenz von Rod Stewart. Viele Boote fahren dorthin, unsere Wahl fiel auf den Dampfer Ernest Kemp, ein Nachbau eines Ausflugsschiffs aus den 1920ern. Zu zweit bekamen wir sogar die „Mate Rate“ von nur 70 Dollar für 2 Tickets. Wenn das mal kein Schnäpperchen ist.

Zwei Stunden schipperten wir über den See, und weil wir die Vulkane nicht sehen konnten (das Wetter) war das Highlight die in Stein gemeißelte Maorikunst. Wir waren voller Erwartungen, weil die Fotos schon ziemlich cool aussahen. So kamen wir vor dem Werk an und mussten den Schauplatz mit einem weiteren Ausflugsboot teilen. Nicht ganz was wir uns vorgestellt hatten, aber trotzdem grandiose Bildhauerei im Fels am See und viel besser als Kunst an einer weißen Wand im Museum.

In den 1970ern wollte der Steinmetz Matahi Whakataka-Brightwell Maorikunst für alle Generationen erhalten und suchte sich die nur per Boot zugängliche Wand in seiner Heimat am Lake Taupo aus. Sein Werk ist 10 Meter hoch und er hat 4 Sommer benötigt, um es fertig zu stellen. Whakataka-Brightwells Werk ist sein Geschenk an Taupo.

Nächster obligatorischer Taupo-Stopp waren die Huka Falls. Wir waren zwei Mal da, mittags (es ist echt viel los, das reinste Touristen-Mekka) und spät nachmittags (fast leer). Die Huka Fälle sind eine langgestreckte tosende Stromschnelle. Das Wasser lässt seine smaragdgrüne Farbe durch die weiße Gischt erahnen. Der eigentlich ca. 100 Meter breite Fluss wird durch eine 15 Meter breite Schlucht gepresst, am Ende fällt das Wasser noch mal 11 Meter. Das alles gibt ein wunderbar lautes Geräusch.

Der letzte, ebenfalls obligatorische, Stopp waren die Craters of the Moon. Hier treffen miten in Neuseeland, ähnlich wie in Wai-O-Tapu, die Indisch-Australische und die Pazifische Erdplatte zusammen. Dabei kommt dann immer wieder Magma in die Nähe der Erdoberfläche und das führt zu geothermischen Aktivitäten. An dieser Stelle wird der Boden so heiß, dass Holzstege für die Touristen gebaut wurden, um one angesenkte Schuhsohlen drüber laufen zu können. Überall kommt schwefeliger Wasserdampf aus kleinen Löchern, es gibt Krater und Warnschilder, dass der Boden hier instabil sei. Die Krater wachsen wohl noch. Der Spaziergang durch diese Landschaft war supernett. Allerdings, wenn wir ehrlich sind, Waimangu und Wai-o-Tapu waren ein Stück beeindruckender.

Am nächsten Morgen verließen wir Taupo. Es war Samstag der 24.11., der Vulkan Tongariro hatte keinen Mucks mehr von sich gegeben, der Wanderweg Tongariro Crossing wurde wieder geöffnet und das große Radrennen um den See konnte stattfinden. Wieder mal hatten wir Glück: Das Radrennen war auf der Gegenspur, so konnten wir in Ruhe in Richtung Süden fahren und trotzdem das Event teilweise mitverfolgen.

Wir fuhren direkt auf den Vulkan Tongariro zu, und an ihm und seinen Nachbarbergen Ngauruhoe und Ruapehu vorbei. Die Sicht war super, und vor wüstenartiger Landschaft erhoben sich die Vulkane, einer gerade erst aktiv und einer kurz vor dem Ausbruch (Ruapehu wird in den nächsten Wochen bis Monaten erwartet). Sensationell. Das war mal eine Autofahrt mit Aussicht! Wir stoppten einfach am Straßenrand des State Highway 1. Auch wenn die Fotos mal wieder bei weitem den imposanten Eindruck nicht wiedergeben, wir knipsten wie die Weltmeister und Fanta wurde ebenfalls vor die Linse geholt.

Als es weiterging, verschwand der Mount Tongariro, dem wir uns zuerst so mutig genähert hatten, langsam hinter uns. Die Landschaft wurde wieder grüner und unser Besuch am Lake Taupo war endgültig vorbei.

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