empfohlen, Thailand
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Warum wir nicht auf Elefanten geritten sind

Elefant im Nature Park„Tobias Vorsicht!“

„Was?!“

„Da ist ein Elefant hinter Dir!“

Ich drehe mich um und woooow, starre direkt ins Gesicht eines Elefanten! Wir sind keinen Meter voneinander entfernt, nichts trennt uns. Der Elefant hat sich angeschlichen.

„Sei vorsichtig“ ruft unser Guide „Er sieht dich nicht, auf dieser Seite ist er blind!“

Ihr hättet mich sehen sollen, wie schnell und vorsichtig zugleich ich zwei Schritte zurückgesetzt bin.

Elefant ganz nah

Der Elefant, von der richtigen Seite gefüttert, war übrigens herzallerliebst, er hat mit dem Rüssel ganz sachte die Bananen aus der Hand genommen. Elefanten lieben Snacks, wie wir gelernt haben.

die Haut des Elefanten

beim Elefanten-Füttern

Das Bananenlager ist gut gefüllt

Warum sind wir nicht aufgesprungen?

Ursprünglich hatten wir uns vorgenommen, einen Elefanten zu reiten. Wo sonst kann man das mal erleben?! Auf dem Rücken zu sitzen und die Bewegungen des Dickhäuters zu spüren muss einfach toll sein. Nur: Als wir angefangen haben, uns zu informieren in welchen Park man das mit ruhigem Gewissen machen kann, wurde die Auswahl immer kleiner und am Ende lag sie bei null.

Fanta mit Elie

armer Elie im Sanctuary

Es gibt unzählige Elefanten-Parks in der Gegend um Chiang Mai. Das Problem ist allerdings: Es ist Tradition in Thailand, junge Elefanten gefügig zu machen. Diese Prozedur nennt sich Brechen oder Phajaan. Dazu werden die Tiere über Tage gefesselt und anschließend mit Messern und Stöcken verletzt und gequält. Erst danach kann man sie dazu bringen zu arbeiten oder Kunststückchen zu machen. In den meisten Parks liegen die Elefanten an Ketten wenn keine Besucher da sind. Damit die Tiere funktionieren, z.B. in einer Show oder beim Reiten, wird gerne mal ein Haken zur Hilfe genommen.

Übrigens sind Elefanten überhaupt nicht zum Tragen gemacht. Ihre Rücken und Wirbelsäulen können keine hohen Gewichte aushalten. Und auch die Haut der Elefanten ist sehr empfindlich, obwohl sie so dick ist.

Wir haben also auf das Reiten eines Elefanten verzichtet. Denn man kann davon ausgehen, dass Elefanten die von Touristen geritten werden können und vielleicht sogar Kunststückchen machen, unter Qualen gebrochen wurden.

 Elefanten unterwegs

Die Gründerin des Parks Lek mit ihren Tieren

beim Baden

Wie wir stattdessen die Elefanten erlebt haben

Wir haben den Elephant Nature Park besucht. In ihm wird bewusst auf Shows und Reiten verzichtet. Dafür konnten wir in einem großen freien Gelände die Elefanten hautnah erleben.

Der Elephant Nature Park ist das Paradies für Elefanten. Sie können frei herumlaufen und leben gänzlich ohne Ketten. Ausrangierte Tiere aus der Holzindustrie oder Unterhaltungsparks finden hier ein Asyl. Kranke Elefanten werden wieder aufgepäppelt und sie können sich erholen. Im Park schließen sich die Elefanten zu Familien zusammen, und nehmen ihre sozialen Beziehungen wieder auf. Dabei kommt es übrigens vor, dass sich Elefanten oder Familien untereinander nicht ausstehen können. Kommt uns Menschen bekannt vor, oder?! :)

Mein erster Kontakt mit den Elefanten war sehr respektvoll. Als ich direkt vor ihnen stand, ohne Zaun, bekam ich ein ganz neues Gefühl für seine wahre Größe. Langsam tasteten wir uns an den Kontakt mit den Dickhäutern heran. Am besten funktioniert das mit Füttern. Aus bereitgestellten Körben legten wir Melonen, Zuckerrohr, Ananas und Bananen direkt in den wartenden Rüssel. Wie freundlich und sanft die Elis die Früchte annahmen! Und wir merkten: Die Elefanten hatten Geschmack! Melonen waren heiß begehrt, Ananas und Zuckerrohr wurde beiseitegelegt, vielleicht für später.

Elefanten fressen viel und ständig. Sie brauchen etwa 250 Kilogramm Nahrung pro Tag, am liebsten Früchte. Genau das wurde Fanta beinahe zum Verhängnis. Denn es war ja klar, dass unsere Sockenpuppe mit dem großen Elefanten fotografiert werden wollte. Als er da in Pose saß, muss unser kleiner Fanta für den Elefanten so verführerisch gewesen sein, dass er ihn um ein Haar mit seinem Rüssel gegriffen hätte wie eine Banane!

Der Elefant ist auf Juttas Schuhe getreten!

Am Wasser

der kleine Elefant im Wasser

Am Nachmittag waren wir noch mit den Elefanten baden. Sie lieben es, mit Wasser übergossen zu werden (wurde uns gesagt). Und noch mehr lieben sie es, sich nach dem Baden einen großen Rüssel Erde über die Haut zu schmeißen. Die Haut Eines Elefanten fühlt sich übrigens ganz weich an, wenn sie nass ist. Im trockenen und erdigen Zustand ist sie fester und man spürt die Borsten auf der Haut.

Im Elephant Nature Park haben wir ziemlich viel über Elefanten gelernt. Und sind ihnen sehr nahe gekommen – denn viel näher als miteinander zu baden geht wohl wirklich nicht, oder?! Den Park können wir nur weiterempfehlen. Und allen, die einen Elefanten reiten wollen ans Herz legen: Informiert Euch vorher gut und überlegt wem ihr Euer Geld geben wollt.

Sanddusche nach dem Schwimmen

Elefant nach dem Baden

Elefanten auf der Wiese

 

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