Thailand
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4 Transportmittel in Thailand: Zug und Bus (Teil 2)

Auf dem Weg zum Bahnhof in Trang kamen wir mit einem Japaner ins Gespräch: „Ich bin gar nicht einverstanden mit der (Atom-)Politik von meinem Land. Meine Frau hat es in den USA und in Japan zwei Mal in ihrem Leben miterlebt, wir wollen das nicht und mein Kind soll so nicht aufwachsen. Direkt nach der Katastrophe (er meinte Fukushima) haben wir mein Land verlassen.“ Jetzt lebe er in Bangkok und arbeite im Sommer hier im Süden. „Glaubt Ihr, dass es passieren wird?“ Damit meinte er den Atomausstieg in Deutschland. „10 – 20 Jahre ist eine lange Zeit.“ Er machte uns nachdenklich. Beeindruckend war vor allem diese Konsequenz in seiner Haltung, er zahlte den hohen Preis, seine Heimat dafür zurückzulassen.

Nachdem wir mit dem Flieger und dem Boot nach Ko Lanta gefahren waren, entschieden wir uns für unsere Tour zurück in den Norden für den Landweg: Mit dem Nachtzug und dem Bus fuhren wir über Trang und Bangkok nach Sukhothai.

Der Zug nach Bangkok

Fanta im Zugunser Abteil, fertig zum Schlafenoffene Tür im ZugAnkunft Bangkok HauptbahnhofDer Zug fuhr pünktlich. Wir hatten uns ein Erste-Klasse Abteil gegönnt. Ein kleines Kabuff, gebaut von Hyundai in den 90er Jahren, mit einem Waschbecken und zwei Klappbetten nur für uns allein. Die Klimaanlage lief auf vollen Touren, das machte aber nichts. Wozu hat man denn sein Gaffa-Tape dabei?! Einfach ein paar Düsen abgeklebt und schon war es echt gemütlich. Der Zug rumpelte los und wackelte ein wenig. Die Federung war etwas straffer gearbeitet.

Fanta fletzte sich quer über die Sitzbank. Das hier sei der Chill-Train, meinte er, ideal um aus dem Fenster zu gucken wie draußen der Dschungel vorbeizieht.

Nach Sonnenuntergang wurden wir von einem Zug-Angestellten aus dem Abteil gebeten: „Must make bed now.“ Er klappte für uns die Betten aus, bezog sie frisch und spendierte eine Decke für die Nacht. Wow, was für ein Service.

Die Betten waren sogar halbwegs bequem und nach einem verhältnismäßig guten Schlaf machte ich mich am nächsten Morgen auf zum Speisewagen um einen Kaffee zu holen. Denn der ist ganz wichtig in der Frühe. Der Speisewagen war eher eine fahrende Garküche. Die Türen standen bei voller Fahrt offen, auf dem Tresen lief in einem Fernseher das thailändische Morgenmagazin, ein mitreisender Polizist lehnte daneben und telefonierte laut. Meinen Instant-Kaffee bekam ich in zwei dünnen Pappbechern aus der Thermoskanne. „Be careful, is hot“ wurde ich gewarnt und balancierte die Becher durch den wackelnden Zug vorbei an den offenen Türen zurück in unser Abteil. Netterweise erbarmten sich Mitreisende auf dem Weg, mir geschlossene Türen zu öffnen.

In Bangkok war zur Ankunft Rush Hour, auch auf den Gleisen. Fast eine ganze Stunde zuckelten wir durch die Stadt, immer wieder stoppte der Zug. Auf der Straße neben den Gleisen ging es kaum schneller vorwärts. Mit etwas Verspätung kamen wir am Hauptbahnhof Hua Lamphong an.

Mit dem Bus nach Sukhothai

am Busterminal Mo Chitdie Gardine im BusPremium Passenger PackBus macht Pause„Take a Taxi!“ war die Antwort auf die Frage, wo denn hier die Busse abfahren würden. Das Bus-Terminal „Mo Chit“ in Bangkok liegt ziemlich weit entfernt von der Skytrain-Stration „Mo Chit.“ Wir machten den beliebten Fehler, zu glauben, beide Stationen würden zusammengehören. Nein nein, von Mo Chit muss man sich ein Taxi, TukTuk oder Motorrad-Taxi nehmen um nach Mo Chit 2 zu kommen. Laufen, vor allem mit Gepäck, ist zu weit. Stadtplanung in Bangkok.

Wir buchten erste Klasse, denn wir hatten gehört einige Busse wären die alten Modelle mit harten Sitzen und ohne Klimaanalage. Und da wir schon nach 3 Minuten im Freien schwitzten wie die Weltmeister, war die Klima ein Muss!

Im Bus stellten wir dann fest, dass Erste Klasse das gleiche Fahrzeug und die gleichen Sitze wie 2 Klasse waren. Was uns zu Premium-Passagieren machte: Wir bekamen eine kleine Box mit einem Rüben-Kuchen und ein Wasser. Witzigerweise fuhren alle Locals zweite Klasse und alle Farangs (Touristen) bekamen die Rübenkuchen-Lunchbox, ein klares Zeichen dass sich alle Premium gegönnt hatten.

„Free Lunch“ sagte uns die alte Thailänderin und zeigte auf unser Ticket. „Yes, free Lunch!“ Sie zeigte nach draußen. Der Bus hatte für eine Pause gestoppt, und in unserem Ticket war noch eine kostenlose Mahlzeit enthalten, wie unsere Mitreisende uns rührend mit Händen und Füßen mitteilte. Super, so kamen wir noch zu einem Curry in der kleinen Garküche.

Auf dem Landweg sind wir echt bequem gereist und haben eine Menge von Land gesehen. Der Verkehr auf der Schiene und den Straßen war gar nicht so doll, wie man meinen könnte. Die Fahrzeuge waren komfortabel und besonders im Zug haben wir uns gefreut, dass wir uns für ein paar Baht die Erste Klasse gegönnt hatten. Denn im eigenen Abteil zu reisen ist viel stressfreier, wenn man so viel Gepäck wie wir dabei hat.

Alle Transportmittel, Flugzeug, Boot, Zug und Bus waren preiswert, ihr Geld wert, bequem und unkompliziert zum Reisen. Wir würden sie alle wieder nehmen und können auch alle empfehlen. Empfehlen können wir aber auch, alle Transportmittel einmal auszuprobieren. Ist manchmal echt ein Erlebnis. Und man trifft Leute!

3 Kommentare

  1. Hallo, ich lese hier schon etwas länger. Die Beiträge gefallen mir sehr gut. Vielen Dank für die sehr nett geschriebenen Artikel. Auch die Bilder gefallen mit sehr gut.
    Ich wünsche noch ganz viel Spaß
    Liebe Grüße
    Vanessa

  2. Ich bin mal mit dem Zug von Bangkok nach Kanchanaburi gefahren. Da ist mir das auch aufgefallen mit den offenen Türen während der Fahrt. Wir sind dann über die River Kwai Bridge gefahren. Bus fahren kann sehr angenehm sein. Nachts jedoch wird wie ein Vollpsycho die Klimaanlage aufgedreht. Bin auf dem Weg von Pattaya nach Korath schier erfroren.

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