empfohlen, Laos, Reise-Know-How
Kommentare 6

Mit dem Bus durch Laos: was alles so passieren kann

Am Busbahnhof: die seltenen VIP BusseDas Moped mus aufs DachReis im GangDie Fahrt vorbei an Bambushütten und arme DörferBoxenstopp für eine kleine Reparatur am BusChicken?Lao-EntertainmentAls der Bus wieder zu voll ist, sitzen wir auf Plastikhockern im Mittelgang. Plötzlich kracht es direkt hinter mir, unter dem Hocker meines Hintermanns klafft ein Loch im Boden. Wir haben freie Sicht auf den Motor und die Fahrbahn darunter. Mit vielen helfenden Füßen und Händen bekommen wir die Luke wieder an ihren Platz. Schnell wieder den Hocker drauf gestellt und durch das Gewicht des Hintermanns fixiert. Herrlich, wie einfach sich Probleme lösen lassen!

In Laos besitzen nur wenige Menschen ein Auto und Bahnlinien gibt es nicht. Der Bus ist also für viele die einzige Möglichkeit des Transports. Dabei gibt es verschiedene Arten von Bussen: Die großen wie den Local Bus, den VIP-Bus oder den Express-Bus. Und die kleinen, wie die Minivans oder die Songthaews bzw. TukTuks. An unseren Reisetagen durch Laos mit dem Bus haben wir einiges erlebt:

  • Alles wird transportiert, gern auch auf dem Dach: Wir haben gesehen, wie Mopeds oder Kisten mit Entenküken aufs Dach gehievt wurden. Aber auch Reissäcke oder Plasma-Fernseher kommen oft mit. Beladen werden Dach, Mittelgang und Gepäckabteil.
  • Jeder kommt mit: Auf dem Weg hält ein Bus mehrmals an, und jeder wird mitgenommen. Zur Not wird Platz geschaffen (Kinder auf den Schoß genommen oder eben ein Plastikhocker aufgestellt).
  • Pausen: Manchmal gibt es Pausen, manchmal nicht.Wenn nicht, kommen fliegende Händler an Bord und verkaufen gegrilltes Huhn am Spieß. Für die Pipipause wird einfach am Straßenrand gehalten und alle rennen ins Gebüsch.
  • Entertainment: Das Unterhaltungsprogramm besteht aus laotischem Schlager. Bei voll aufgedrehten Lautsprechern tanzen bunt angezogene Frauen und Männer über den Bildschirm, dazu Karaoke-Untertitel.
  • Boxenstopp: Manchmal muss der Bus repariert werden auf freier Strecke. Alle kein Problem, 1-2 Leute kriechen mit Werkzeug unter das Fahrzeug, zwei weitere stehen daneben und geben Ratschläge.
  • Man weiß vorher nie, was man bekommen wird: Wie neu oder groß der gebuchte Bus ist, erfährt man erst bei der Abfahrt. Und auch unterwegs kann es einem passieren, dass der Sitz sich nicht aufrecht stellen lässt oder man selber den Platz im Gang bekommt.
  • Beim Minivan kommt noch hinzu: Manchmal wird der Van hoffnungslos vollgequetscht, mit mehr Menschen als Sitzplätzen. Einmal waren wir 16 im Van. Den Fahrstil des Fahrers wird man erst unterwegs kennenlernen. Meistens hatten wir echt gute Fahrer, aber wir hören auch von zügig-sportlich fahrenden jungen Männern, die gern mal am Steuer sitzen. Wir waren auch schon froh, einen kleinen Vorrat an Plastiktüten griffbereit zu haben, als ein kleiner laotischer Junge die Kurven nicht vertrug.

6 Kommentare

  1. Janina sagt

    Seid froh, dass es nur gebratene Hühner waren!!
    In Madagaskar wurde mein Minivan (mit 18 Leuten an Bord) bei einem Stop auch sofort von fliegenden Händlern mit flatterndem Angebot umringt. Und während ich noch dachte „wer kauft denn auf so einer transit-strecke ein lebendes huhn?“, ging bei meinem Hintermann das Seitenfenster auf und er fing an zu handeln. Glücklicherweise war die Polizeikontrolle just in diesem Moment vorbei und der Van brauste wieder los.

    • Tobias sagt

      Irgendwie sind es dann doch immer wieder diese kuriosen Momente, an die man sich noch lange erinnert.

  2. Das Entertainment ging uns teilweise ordentlich auf den Zeiger. Und wir waren unendlich froh, wenn die Lautsprecher und die Glotze mal aus blieben. Geht es euch auch so? ;-)
    Einen wesentlichen Punkt müsst ihr ergänzen: Die Reisedauer! Für eine 100 Kilometerstrecke benötigt man ca. 4 Stunden! :-D

    Schöne Grüße von den Philippinen!

    • Tobias sagt

      Wir hatten uns schon so an das langsame Reise gewöhnt… aber stimmt, wie könnten wir 10 Stunden im Bus für 250 km vergessen…

      Absolut, die Musik war manchmal schlimm und laut, einmal so schlimm, dass ich mir aus einem Taschentuch Ohrenstöpsel basteln musste.

  3. Waas, die Bordtoilette haben sie nicht mit Gepäck vollgestopft? Da sind die Busfahrer in Vietnam wohl effektiver… ;-)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.