Laos
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Das Geheimnis der Tonkrüge

Die riesigen Krüge aus Stein liegen einfach auf der Wiese, mitten im Nirgendwo. In der Nähe der Stadt Phonsavan befindet sich diese Ebene der Tonkrüge. Und kein Mensch weiß, wie diese tonnenschweren Kolosse dorthin gekommen sind und ob sie jemals einen Zweck erfüllten.

Fanta bei den TonkrügenEbene 1 der Tonkrügeder zerbrochene KrugEbene 2Blick durch den KrugSteinkrüge und Bäume, Ebene 2der Weg zu Ebene 3Kühe bei Ebene 3Ebene 3Wasserbüffel auf dem WegSicher ist, dass sie von Menschenhand gemacht sind. Viele der Krüge haben noch einen Deckel. Auf anderen ist ein Mensch zur Verzierung eingemeißelt. Obwohl sie aus Stein gearbeitet sind, hat sich der Begriff Tonkrüge eingebürgert. Sie sind 1/2 Meter bis 3 Meter hoch, bis zu 6 Tonnen schwer und geschätzte 1500 bis 2000 Jahre alt. An über 90 Stellen findet man diese Tonkrüge. Am bekanntesten sind die Site 1, Site 2 und Site 3. Diese drei Sites sind übrigens von Landminen geräumt und können bedenkenlos besichtigt werden (trotzdem immer auf dem markierten Weg bleiben, gelle?!).

Verschiedene Mutmaßungen über das Geheimnis der Tonkrüge wurden schon angestellt: Sie könnten als Grabstätte oder zu Begräbnisritualen genutzt worden sein. Knochenfunde untermauern diese Vermutung. Eine andere Theorie sagt, in den Krügen wurde Reiswein oder Whiskey gelagert. Klingt ebenfalls plausibel, wenn man bedenkt, dass in einem Holzgefäß der Alkohol zu leicht verdampfen würde. Egal in welche Richtung man spekuliert, am Ende weiß immer noch kein Mensch, wie die Steinkrüge entstanden sind und welchen Sinn sie hatten. Das Geheimnis der Tonkrüge ist nach wie vor ungelöst und eine Klärung schien lange nicht in Sicht zu sein.

Im Minivan fahren wir morgens von Phonsavan los. Wir haben eine Tour gebucht, denn die Ebenen der Tonkrüge liegen einige Kilometer außerhalb der Stadt in der Provinz Xieng Khouang. Ein Moped wollten wir nicht mieten, eine weise Entscheidung wie wir feststellten: Ab 2015 sollen die Ebenen der Tonkrüge zum UNESCO Kulturerbe ernannt werden. Das bedeutet für die Region, dass die Straßen gerade neu gebaut werden. Und anders als in Deutschland, fährt man in Laos direkt über die halbfertige Sandstraße mitten durch die Baustelle. Im Van deutlich angenehmer als auf zwei Rädern.

Ebene 1 (Site 1) ist diejenige mit den meisten Tonkrügen, ca. 350 liegen hier. Sie ist auch die Weiteste. Hier stoppen wir und stapften durch das verdorrte Gras. In der Regenzeit, so sagt man uns, sei hier alles grün und in den Krügen sammeln sich die Moskitos.

Ebene 2 (Site 2) liegt auf zwei mit Bäumen bewachsenen Hügeln. Auch wen Ebene 2 deutlich kleiner ist, als Nummer 1, ist sie doch viel schöner weil grüner und ruhiger. Im Schatten sind wir geschützt von der Mittagssonne, die im Februar ganz schön brennen kann.

Zur Ebene 3 (Site 3) laufen wir ein ganzes Stück über vertrocknete Reisfelder. In dieser Region wird nur einmal im Jahr geerntet. Jetzt grasen hier Kühe und Wasserbüffel. Der Weg ist links und rechts markiert, außerhalb der Markierungen könnten noch Mienen und Bomben liegen. So erreichen wir Ebene 3, die ruhig mitten in den Feldern und der wunderschönen Landschaft von Nordlaos liegt.

Im Zuge der Infrastrukturmaßnahmen hören wir auch, dass chinesische Investoren den Flughafen ausbauen wollen und es eine direkte Zugverbindung in die chinesische Metropole Kunming geben soll.  Wir sind gespannt, wie sich diese Region entwickeln wird. Denn heute liegt Phonsavan noch abseits der großen Besucherströme und wenige Locals sprechen englisch. Wie es scheint, haben wir die Ebene der Tonkrüge zu einem guten Zeitpunkt besucht, inmitten des beginnenden Umbruchs.

2 Kommentare

  1. Spannend die Sache mit den Tonkrügen. Habe ich ehrlich gesagt bisher noch gar nichts davon gehört. Laos ist ohnedies noch ein „weißer Fleck“ auf meiner Südostasien-Landkarte. Ich glaube, das wird nicht mehr lange so bleiben. ;-)

    Weiterhin gute Reise!

    • Tobias sagt

      Ja hier gibt es noch viel zu entdecken. Man sieht aber auch wieviel in Bewegung ist, wir hören von neuen Zugverbindungen nach China und sehen, dass viele Straßen gebaut werden.

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