Laos
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Fast täglich explodieren Blindgänger in Laos

„Wir waren auf dem Weg von der Schule nach Hause. Es war nicht weit, nur 1 oder 1,5 Kilometer durch die Felder. Da hat mein bester Freund ein Bombie gefunden, es sah aus wie eine Ananas. Er hielt es mir hin und wollte wissen was darin ist. Ich habe ihm gesagt, wir dürfen damit nicht spielen, er soll es weglegen und bin weggerannt. Mein Freund hat nicht auf mich gehört, er hat einen Stein genommen um es zu öffnen. Und Bumm! An diesem Tag habe ich sechs Freunde verloren.“

Bombenhüllen vor der Touristen-Info in PhonsavanHüllen von BombenHüllen von Splitterbomben Bombenhüllen als Pfeiler des HausesEbene der Tonkrüge von Mienen geräumtLöffelproduktion aus AltmetallMake spoons, not warimmer zwischen den Markierungen bleibenMarkierung des MAG: alles klarKinder auf dem alten russischen Panzeram MAG Visitor CenterAusstellung im ReisebüroDiese Geschichte ist wahr. Unser Guide hat sie uns auf dem Rückweg von den Tonkrügen erzählt. Diese Gegend wurde stark bombardiert und ist noch immer mit Blindgängern verseucht.

Der geheime Krieg in Laos

Laos ist das am stärksten bombardierte Land der Welt. Während des Vietnamkriegs warfen die USA mehr Bomben über Laos ab, als im zweiten Weltkrieg auf Deutschland und Japan zusammen. Ziel war die Zerstörung des Ho-Chi-Minh-Pfades über den sich der Vietkong versorgte. Dieser Pfad lief auch durch Laos.

Mehr als zwei Millionen Tonnen Bomben wurden über Laos abgeworfen. Man schätzt dass mindestens 30% davon nicht explodiert sind. Von 1964 bis 1973 wurde im Schnitt alle acht Minuten eine Bomben-Mission auf Laos geflogen, 24 Stunden am Tag, ganze 9 Jahre lang.

Das arme Land

Heute sind immer noch 25% aller laotischen Dörfer von den Überresten der Bomben betroffen. Das große Problem: Es wurden vorwiegend Streubomben eingesetzt. Diese kleinen, etwa tennisballgroßen Bombies, wie die Locals sie nennen, sehen aus wie kleine Orangen oder Ananas. Noch immer gibt es etwa 300 neue Fälle pro Jahr, in denen Menschen durch eine Bombe verletzt oder getötet werden. Etwa 40% der Opfer sind Kinder.

Wie Vorfälle mit nicht explodiertem Sprengstoff passieren:

  • In den Häusern beim Kochen. In den Hütten ist die Feuerstelle meist auf dem Boden. Oft wissen die Menschen nichts von den Sprengkörpern im Boden. Wenn das Feuer zu heiß wird, kann es zu Explosionen kommen.
  • Beim Graben und Arbeiten im Haus, Garten und auf dem Feld
  • Einige Menschen sammeln und verkaufen Altmetall aus Bomben und Munition. Dabei kommt es immer wieder zu Unfällen.
  • Kinder finden und spielen mit den Bombies

Die Folge ist, dass viele Menschen aus Angst vor dem nicht-explodierten Sprengstoff die Felder nicht bestellen und keine Häuser, Straßen und Brücken mehr bauen. Dadurch können sich arme Dörfer nicht weiterentwickeln und wohlhabender werden. Und das, obwohl das Land sehr fruchtbar ist.

Die Spuren der Bomben

Auf unserer Tour durch Xieng Khouang  haben wir noch viele Überreste der Bomben gesehen. Sie waren im Visitor Centre in Phonsavan ausgestellt, einige Hotels haben ihren Vorgarten mit Bombenhüllen dekoriert und an einigen Häusern waren die Bombenhüllen als Bauteile verbaut.

In einigen Dörfern wird das Metall der Bomben eingeschmolzen und es werden Löffel daraus gegossen. Bei unserem Besuch wurde allerdings „etwas“ Metall von einem alten LKW „beigemischt“ da es mittlerweile gar nicht mehr genug ungefährliches Metall zum Einschmelzen gibt.

Unterstützung

Wir haben die Visitor Center von zwei Organisationen besucht, die viel Mühe und Arbeit investieren, um den Menschen in Laos zu helfen. Beide informieren die Menschen vor Ort über den Umgang mit Bombies, um Unfälle zu vermeiden.

Das MAG (Mines Advisory Grou) befreit das Land von Bomben. Das geht nur sehr langsam, deswegen ist jede Entscheidung wo das Land gesäubert wird immer mit viel Verantwortung verbunden. Denn es wird damit entschieden, wer wieder Landwirtschaft betreiben kann. Das MAG hat ein Visitor-Center in Phongsavan.

Das COPE Visitor Center haben wir in Vientiane besucht. COPE (Cooperative Orthotic and Prosthetic Enterprise) versorgt Opfer der Bomben mit Prothesen.

Wer zu Weihnachten wieder plant, etwas Geld zu spenden, kann sich ja eine (oder beide) der oben genannten Organisationen merken. Die Menschen in Laos können die Hilfe gebrauchen.

 

 

Quelle: MAG – unexploded ordonance problem in Lao PDR

 

Kategorie: Laos

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Ich mag es zu reisen und zu fotografieren. Auf meiner Weltreise und vielen anderen Reisen habe ich einiges erlebt. Darüber schreibe ich in diesem Blog. Mehr über mich findet Ihr unter Über uns.

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