Irland
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Die hohen Klippen von Donegal

Donegal und seine raue Küste liegen ganz im Nordwesen von Irland, dort wo der Atlantik das erste Mal seit Kanada auf Land trifft. Nur wenige Menschen leben hier, die Natur ist unberührt und weite Teile der Landschaft bestehen aus Moor. Die Küste in dieser abgelegenen ursprünglichen Gegend ist großartig. Nachdem ich Irland in mein Herz geschlossen hatte, in Dublin U2 nachspürte und in Sligo einiges entdeckte, hier meine Eindrücke von den Slieve Leage Cliffs und dem Malin Head:

 

Slieve League Cliffs

Die Klippen sind 600 Meter hoch und zählen zu den höchsten und beeindruckendsten Küstenabschnitten, die in Europa überhaupt zu finden sind.

Slieve Leave Cliffs

 

Auf dem Boot

Als wir in Teelin am Hafen ankommen, ist niemand da. Das Schild, das auf die hier startenden Bootstouren hinweist, schaukelt verlassen im Wind. Eine Handvoll Kutter liegt an Bojen vertäut im Wasser. Ansonsten ist es still.

Paddy kommt wenig später mit dem Auto an. Gemeinsam mit einem Freund lässt er uns an Bord der Nuala Star und der Huntress Blue. Wir fahren mit zwei Booten, unsere Gruppe ist einfach zu groß (oder die Boote zu klein). Paddy Byrne ist ein Allrounder: Er ist Fischer, Taucher und im Sommer fährt er Touristen an die Klippen.

los gehts durch die Wellen

Auf den Weg zur Bucht

Als wir aus dem Hafen auslaufen, merke ich sofort was die Kombination Wind, Atlantik und kleines Boot bedeutet: Es geht auf und ab, immer wieder wische ich das Spritzwasser von Brille und Kamera. Die Boote ackern durch die Wellen, neben uns die steile Küste mit dem alten Turm. Die Sonne bricht durch die Wolken, das Wasser wirkt fast schwarz und die nahen Klippen erheben sich majestätisch in braun, orange, grau und ab und zu etwas grün.

In der Bucht direkt an den Slieve Leage Cliffs (Sliabh Liag) stoppen wir. Einige Kollegen springen mit und ohne Neopren-Anzug ins Wasser. Und als hätten sie darauf gewartet, kommen Delfine vorbei geschwommen und umkreisen die Schwimmer und uns. Paddy fährt das Boot im Kreis, die Delfine lieben das, sagt er, sie spielen mit uns.

Das Boot und die Delphine

sie schwimmen auf uns zu

 

Oben auf den Klippen

Auf dem Weg nach oben steigen wir um in einen Van. Unser großer Bus ist einfach zu breit für die Straße. Am Bunglass Point parken wir, die Aussicht von hier über die Klippen ist großartig. Bei klarer Luft reicht der Blick über die Bucht bis in die Grafschaften Letrim, Sligo und Mayo. Wir sehen davon bei dem nebligen Wetter nichts, dafür aber die Bucht, in der wir gerade noch mit einem Boot waren. Ist das hoch!

oben auf den Klippen

Von hier aus startet auch der One man Path, ein Pfad oben an den Klippen entlang, der so schmal ist, dass man unmöglich nebeneinander laufen kann. Bei starkem Wind oder für Leute denen leicht schwindlig wird, ist der Pfad nichts. Die über 5-stündige Wanderung über den One-man-path führt zu einem Hostel. „Aber falls du das mal machst, bring dir dein Bier oder Wein mit, dort gibt es nämlich keines“ wird mir geraten.

Die Stimmung hier oben ist einfach gut. Stunden könnte ich hier einfach bleiben und raus über die Bucht und den Atlantik gucken.

oben auf den Slieve League Cliffs

Auf dem Rückweg finden wir noch weiße Steine am Berg, die das Wort „Eire“ und eine Nummer 71 formen. Im zweiten Weltkrieg orientierten sich amerikanische Piloten an den Markierungen, es war immer gut zu wissen 1. Wo man war und 2. Ob man über ein befreundetes Land fliegt um zur Not landen und tanken zu können.

 

Ganz im Norden: Malin Head

Auf der Halbinsel Inishowen liegt der Malin Head, der nördlichste Punkt Irlands. Als ich aus dem Bus steige weht der Wind. Nein, der Wind drückt mit einer Kraft, die ich so noch nie erlebt habe. Ich muss mich schräg gegen ihn lehnen, um überhaupt an einem Fleck stehen zu blieben. Der Wind ist so stark, dass ich mich nicht traue, in die Luft zu springen.

am Malin Head

Am Malin Head stehen die Reste eines alten britischen Wachturms (Admirality Tower). Von hier führt ein Pfad die (zum Glück windgeschützteren) Klippen entlang. Unten schlagen die Wellen gegen den Stein, mein Blick schweift über den Atlantik. Es gibt nichts Besonderes hier, außer einem Seehund die unten im Wasser schwimmt. Aber trotzdem, hinter jeder Biegung des Pfads erscheint mir die Landschaft schöner und die schroffen Klippen spektakulärer. Die Küste ist einfach zum Genießen.

am Malin Head

Zum Abschluss stoßen wir in der nahen Farren’s Bar mit einem Pint Guinness an. Der Barmann hat jedem seinen Namen in den Schaum geschrieben. Farren’s ist der nördlichste Pub Irlands, darauf trinken wir einen und laden (endlich Wifi!) die Fotos unserer Namens-Biere auf Instagramm hoch. Sláinte.

Fanta genieߟt Guinness

 

 

Hinweis: Vielen Dank an Failte Ireland, die mich auf die Tour entlang des Wild Atlantic Way North West (Co. Sligo und Co. Donegal) eingeladen haben. Meine Meinung bleibt davon selbstverständlich unberührt.

 

 

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