China
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Tongli und der chinesische Sex

Ein letzter Rest vom alten China, der nach der Kulturrevolution geblieben ist: 80 Kilometer vor Shanghai liegt Tongli, eine alte Wasserstadt. Sie wird auch Venedig des Ostens genannt, wegen der vielen Kanäle. Und noch etwas Einzigartiges gibt es dort: Das einzige Sexmuseum Chinas!

Wenn das mal kein Ausflugsziel ist! In der Früh nehmen wir den Bus von Shanghais Busterminal an der Cao Xi Road. In Tongli fahren wir das letzte Stück vom Parkplatz zur historischen Altstadt umweltbewusst in einem Elektro-Cart.

Tuisi Garten in Tongli

im Hof eines alten chinesischen Hauses

Tongli ist durchzogen von Wasser. Wer mag, kann sich in gruppentauglichen Booten über die Kanäle rudern lassen. Oder wie wir einfach individuell am Ufer entlang spazieren und die über 50 Brücken entdecken. Dabei kommen wir entlang der Kanäle an unzähligen kleinen Läden vorbei, die meisten mit Souvenirs. In China liebt man unnütze schöne Sachen zum ins Regal Stellen, aber so pragmatische Dinge wie Postkarten finden wir nicht. Neben den Läden gibt es eine Reihe Restaurants und Essenstände, die gegrillte Schweinefüße und andere Leckereien verkaufen. Für den westlichen Geschmack gibt es 2-3 Cafés, in der Jugendherberge bestellen wir einen wirklich guten Tee und Pizza.

Kanal in Tongli

seniorige Chinesen werden über den Kanal geschippert

Der Retreat & Reflection Garden (auch Tuisi Garden oder Garten zur tiefen Besinnung) ist ein Highlight. Er hat es in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes geschafft. Gegen einen extra Eintritt besichtigen wir die alte Residenz und der Garten des Geschäftsmanns Ren Lansheng. Angelegt wurde das alles um 1885. Wir haben Glück, es ist ein Wochentag und der Andrang ist erträglich. So können wir die Stimmung und Ruhe rund um den Goldfisch-Teich immerhin im Ansatz genießen.

Retreat and Reflection: der See im alten GartenDas Fenster zum Hof

Etwas weiter am Rand des historischen Tongli liegt das einzige Sexmuseum Chinas. Auch hier ein extra Eintritt. Belohnt werden wir mit einem ganz besonderen und freizügigen Skulpturengarten. In einem idyllischen begrünten Hof steht der Phallus aus Marmor (mit Schildkröte auf der Spitze) neben der Frau die unter dem Hund liegt. In den Ausstellungen geht es um die Geschichte des Sex in China, auf Reliefs wird die Lehre der Stellungen vermittelt. Geschlechtsverkehr, so die Macher der Ausstellung, sei schon immer elementar gewesen, weil er den Fortbestand der Menschen sichert. Stimmt. Ein guter Grund, diesem wichtig(st)en Bestandteil des Menschseins ein Museum zu widmen.

hier gehts zum Sex-Museum

so stellte sich der Künstler das vor

freilaufender Hase im Sex-Skulpturen-Garten

Am Nachmittag gegen 16 Uhr fährt schon der Bus zurück nach Shanghai. Der Tag hat uns voll ausgereicht, um Tongli in Ruhe zu erkunden. Ein schöner Tagesausflug!

Mahjong am Ufer

das alte Rad und die alte Tür

ein Bonsai

Kategorie: China

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Ich mag es zu reisen und zu fotografieren. Auf meiner Weltreise und vielen anderen Reisen habe ich einiges erlebt. Darüber schreibe ich in diesem Blog. Mehr über mich findet Ihr unter Über uns und in meinem Google+ Profil.

2 Kommentare

  1. hehe, da wurde ich aufgeklärt was es mit dem bayerischen Maibaum auf sich hat. Schon komisch. Da reiste nach China und erfährst, dass der Maibaum ein Penis ist, der in Mutter Erde eingeführt wird. Und das feiern dann ein ganzer Haufen Leute, die sich dann auch noch an Blasmusik erfreuen. :D

    Einen schönen Reisegruß wünscht

    Kilian von erlebnisblog.com

    • Tobias sagt

      Is ja ein dickes Ding!

      Wobei man aufpassen muss, dass mans nicht überinterpretiert. Wenn plötzlich jeder Kirchturm ein Phallussymbol wäre usw. käme man aus dem Symbol-Entdecken ja nie wieder raus… ;)

      Dir auch noch viel Spaß bei deinen Reisen!

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