Laos
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Nein, wir füttern keine Mönche!

Nein, wir füttern keine Mönche in Luang Prabang! Das haben wir uns ganz fest vorgenommen, obwohl uns Speisen für die Mönche (käuflich) angeboten wurden. Aus gutem Grund: Die lokale Kultur und Tradition soll am Leben bleiben, ungeachtet des Spektakels, das sich in Luang Prabang jeden Morgen abspielt.

Morgens um viertel vor sechs ist die Straße voller Touristen. Drei Mönche biegen um die Ecke. Sofort springt die Meute auf die Straße, hält den Mönchen die Kameras direkt ins Gesicht und blitzt, blitzt, blitzt. Geblendet und mit viel Geduld setzen die Mönche ihren Weg fort.

Jungen begleiten die Mönchedie morgendliche Prozession der MöncheLocals, Fotografen und MöncheMönch vor MauerÜberbleibsel nach der ProzessionEs sind meist noch Jungs, vielleicht 13 Jahre oder ein bisschen älter, die hier in Luang Prabang die Schulbank der Mönche drücken. Jeden Morgen um 6:30 Uhr bilden sie eine Prozession durch die Stadt, um von den Locals Spenden, vor allem Reis, entgegen zu nehmen. Diese Tradition ist uralt.

Das Problem dieser Tradition: sie ist einfach schön und zu Recht total sehenswert. Und das droht sie kaputt zu machen. Denn: Wo etwas Schönes ist, kommen viele Menschen um es anzugucken. Einige der Menschen sind wenig informiert. Dadurch kommen wiederum andere Menschen, die was verkaufen wollen. Und so bilden die Verkäufer und die Nicht-Informierten ein Team und verändern alles.

Für Luang Prabang heißt das: Händler verkaufen an Touristen (oft minderwertigen) Reis, Kekse und Bananen (woran erinnert das?!). Diese Lebensmittel sollen die Touristen den Mönchen spenden. Für die Locals wird es dadurch attraktiver, morgens Reis zu verkaufen anstatt zu spenden. Und wenn niemand mehr aus religiösen und traditionellen Gründen spendet, stirbt die Tradition und die hoch geachteten Mönche werden im schlimmsten Fall den Touristen zum Füttern vorgeführt.

Als wir an diesem frühen Morgen durch die Straßen der kleinen Stadt in Laos liefen, waren bereits Teppiche mit Sitzkissen und Reisschalen für Touristen aufgebaut. Die Touristen teilten sich dann in zwei Gruppierungen: Diejenigen, die den Mönchen etwas zu essen gaben (meist vom Straßenhändler), und diejenigen die fotografierten.

Ein bisschen Tradition haben wir in dem ganzen Trubel dennoch gefunden. Hunde liefen neben der Prozession her, immer wachsam, ob nicht vielleicht doch ein Happen auf den Boden fällt. Kinder saßen am Straßenrand und bettelten, die Mönche wiederum gaben den Kindern von ihrem Reis ab, wenn sie zu viel hatten. Viele Besucher haben zwar der Prozession beigewohnt, aber einfach ein bisschen Abstand gehalten. Schön war’s dann doch ein bisschen. Vielleicht hat diese Prozession der Mönche am frühen Morgen in Luang Prabang doch eine Chance, noch lange lange zu bestehen.

 

Kategorie: Laos

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Ich mag es zu reisen und zu fotografieren. Auf meiner Weltreise und vielen anderen Reisen habe ich einiges erlebt. Darüber schreibe ich in diesem Blog. Mehr über mich findet Ihr unter Über uns.

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