Taiwan
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Taipeh: die total freundliche Stadt mit 7 tollen Sachen zum Erleben

买一赠一免费咖啡 Sagte mir die Kassiererin. Öhhh… ich guckte fragend-ratlos.  买一赠一免费咖啡 sagte sie nochmal. Ich stand bewegungslos und schaute noch ratloser. Sie beugte sich zu ihrem Mikrofon neben der Kasse und rief durch den Supermarkt: „带来了咖啡过来“ Kurze Zeit später kam eine weitere Frau im Supermarktkittel und drückte mit eine zweite Tüte Kaffee in die Hand. Der sei im Sonderangebot, wenn ich einen kaufe, bekäme ich einen zweiten dazu! Das Angebot müsse ich doch mitnehmen!

Das war mein erster Einkauf in Taipeh, kurz nach unserer Ankunft. So ging es weiter, die Menschen in Taiwan waren einfach unglaublich lieb, freundlich und fürsorglich. Und wir haben in Taipeh noch mehr erlebt:

it's fun to singDas Zebra: Ampel in TaipehTaipei 101Aussicht vom 92en StockSpitze des Taipei 101 im Nebelder Stoßdämpfer im Taipei 101Fanta und die Skyline vom Elefantenberg gesehenCKS Memorial HallCKS und die Ehrenwachedie Kräutergasseim Long Shan Tempelim KonfuziustempelKonfuzius TempelEine Nacht in der Karaoke-Bar

Eigentlich ginge man vor dem Karaoke erst in den Nachtclub, lernten wir. Den ließen wir aber diesmal aus. Mit unseren Freunden Yiwen und Tylor, die wir in der Kong Lor Cave kennengelernt hatten, machten wir uns vom Restaurant direkt auf den Weg zur Partyworld. Dort wurden wir an einer schick-protzigen Rezeption empfangen. Das ganze Karaoke-Haus wirkte wie in einem 5-Sterne Hotel, alle Angestellten in Anzügen, Marmor an den Wänden und Gold an den Deckenleuchtern. Wir checkten uns ein und wurden in den 8. Stock gebracht. Dort, am Ende des Ganges war unser Zimmer, mit einem großen Sofa, einem großen Fernseher, eigenem Bad, Mikrofonen und einem Telefon.

Es konnte losgehen: Über das Telefon bestellten wir Taiwan Beer. In einem riesigen Menü stand die Songauswahl: 80% chinesisch, die verbliebenden 20% waren die klassischen Karaoke-Hits der 70er, 80er und 90er, wie Elvis, Elton John oder Backstreet Boys. Ohoh, erst mal ein Bier.

Die Karaoke-Nacht wurde der Kracher. Bis ins Morgengrauen grölten wir (Westler) und sangen (die Taiwanerin) in die Mikros, mit jedem Bier hemmungsloser. Und wir spürten, je später die Nacht, desto laute wurde es in den Kabinen um uns herum ebenfalls. Egal ob Elton John oder Sinatra – wer in Taipeh Spaß haben will: Geht mit Locals Karaoke singen!

 

Taipei 101

Da mussten wir rauf. Das Taipei 101 war ab 2004 das höchste Gebäude der Welt (bis es 2010 vom Burj Kahlifa in Dubai abgelöst wurde). Ein Turm inmitten des ansonsten nicht so hochhausbebauten Taipeh.

Wir kamen mit dem kostenlosen Shuttlebus von der City-Hall-U-Bahn an und standen direkt inmitten einer Luxus-Mall wieder, die den Luxusmeilen in Hongkong um nichts nachstand. Wir schlurften über den weißen Marmorboden, bis wir endlich hinter Prada und Luis Vitton die kleine Rolltreppe fanden. Sie führte zum schnellsten Aufzug der Welt (Guinness Weltrekord). Mit dem rasten wir mit 60 Sachen in den 89. Stock. Der Tag war nebelig-schön, die Plattform war kurz unter der Wolkendecke. Immer wieder zogen Wolken vorbei und umhüllten kurz die Spitze des Turms.

Passenderweise war der Audioguide im Preis enthalten. Auf thüringisch wurde uns der Taipei 101, die Aussicht und die Technik des Stoßdämpfers (dämpft die Kraft der Erdbeben) beschrieben, während unter uns langsam die Lichter der Stadt angingen.

 

Der Elefantenberg

Is ja klar, dass wir mit Fanta dahin mussten. Der Elefantenberg war gar nicht weit vom Taipei 101, man musste nur ein wenig durchs Wohngebiet* und schon kam man an die lange Treppe. Die mussten wir einfach 30 Minuten hochstapfen, um dann mit der besten Aussicht über Taipeh belohnt zu werden.

Die Plattformen und Felsen auf dem Berg sind sehr beliebt unter Fotografen, gerade an Silvester sollte man sehr rechtzeitig dort sein, wenn man ein Plätzchen für sein Stativ finden wolle. Wer möchte, kann noch weiter über die „Four Beasts“ genannten Berge wandern, der „Elephant Mountain“ ist nur der Erste. Es folgen noch der Tiger Mountain und der 95 Peak.

 

Chiang Kai-Shek Memorial Hall

Schon der riesige Platz davor war trotz des Regens ziemlich mächtig und repräsentativ: Auf der einen Seite das National Theater (schöne alte chinesische Bauweise), gegenüber die National Concert Hall (ebenfalls sehr chinesisch gebaut) und am Ende des langen Platzes auf dem Berg die Nationale Chiang-Kai-Shek-Gedächtnishalle mit ihrem blauen Dach. Innen thronte der CKS (wie er abgekürzt wird) in Übergröße, links und rechts zwei wie aus dem Ei gepellte Wachen. Ein wenig erinnerte uns das an das Lincoln Memorial. So muss es wohl aussehen, wenn Länder ihren alten Führern Denkmal-Hallen bauen.

 

Die Kräutermedizin-Gasse

Das ist eine der kleinen Besonderheiten Taipehs: die Gasse mit den Kräuterläden. Hier gab es alle frischen Kräuter, die man sich vorstellen konnte. In der Gasse roch es nach den verschiedensten Aromen. Eine kleine ältere Frau saß an einem Häcksler und hackte Kräuter zu einer duftenden Paste. Einfach ein toller kleiner Spaziergang, so kurz die Gasse auch ist, so beeindruckend und grün ist sie.

 

Der Konfuzius-Tempel

In dieser Anlage aus sechs Gebäuden wird der chinesische Gelehrte Konfuzius verehrt. Das Schöne hier war: Es war relativ ruhig und menschenleer. Wir genossen die Ruhe am Halbmondteich und hatten viel Zeit, die zahlreichen Verzierungen des Tempels in Ruhe anzuschauen. Nur ab und zu wurde die Stille unterbrochen von einem Flugzeug, das im Tiefflug zur Landung auf dem nahen Flughafen ansetzte. Der Konfuzius-Tempel ist der einzige Tempel in Taipeh mit den Keramikverzierungen im südlichen Fujian-Stil.

 

Die heißen Quellen von Wulai

Perfekt für einen Ausflug sind die heißen Quellen von Wulai. Sie liegen im Umland von Taipeh, etwas nördlich der Stadt nahe der MTR Station Xindian. Einige Quellen sind toll hergerichtet und erinnern an ein Wellnessbad, sind aber mit Eintritt. Die Alternative, ein paar Meter weiter: die natürlichen heißen Quellen.

Wir zogen einfach unsere Badesachen an, und stigen in die kleinen Betonbecken der öffentlichen heißen Quellen. Hier waren nur Locals, unter Touristen schienen die Quellen gänzlich unbekannt. Die Becken teilten wir mit alten Taiwanern, die sich im Wasser aufwärmten nach dem sie im kalten Fluss schwimmen waren.

Außerdem kann man durch den nahe gelegenen Berg mit der Tunnelbahn fahren und in einem Shop der Ureinwohner Taiwans etwas Folklore-Luft schnuppern. Ein super Ausflug, wenn man einen Nachmittag der Stadt entfliehen möchte.

 

Die fünf Tage, die wir in Taipeh hatten, vergingen schnell. Die Taiwaner machten es uns einfach, uns wohlzufühlen. Und die Sehenswürdigkeiten made in Taiwan waren einfach schön zu besichtigen.

 

* Weg zum Elefantenberg: Vom Taipei 101 die Xinyi Road bis kurz hinter die Kreuzung mit der Song Ren Road laufen. Hinter NY Bagels rechts abbiegen dann die kleine Straße parallel zum Park vorbei an den Basketballplätzen bis ans Ende laufen. Dann links abbiegen und vorbei am Golden Global Gebäude. Rechts in die kleine Straße, hinter dem Tempel sind dann die Stufen den Elefantenberg hinauf.

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