Auszeit, Reise-Know-How
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Sabbatical, unbezahlter Urlaub & Co: 8+1 Möglichkeiten einer Auszeit

Mönch vor WasserfallDu steckst fest im Beruf und mitten in deiner Karriere und wünschst dir trotzdem auf Weltreise zu gehen?! Dann kennst du das Problem: Woher die Zeit nehmen, um deinen Traum der Reise und der Auszeit wahr zu machen?! Ich habe seinerzeit den radikalen Schritt gewagt, und gekündigt. Doch zum Äußersten musst du wahrscheinlich gar nicht gehen. Unterwegs habe ich viele Langzeitreisende getroffen, die sich die Zeit auf unterschiedlichsten Wegen freigeschaufelt haben. Denn es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, um den Ausstieg auf Zeit wahr werden zu lassen:

 

1. Die Zeit zwischen zwei Jobs nutzen

Job und Reise: Beides zusammen geht! Denn wer einen neuen Job antritt, kann oftmals ein wenig Zeit bis zum Arbeitsbeginn verhandeln. Auch wenn die Erfahrung zeigt, dass viele Arbeitgeber Positionen so schnell wie möglich besetzen wollen, so ist ihnen noch wichtiger, den Besten für die Stelle zu finden der auch eine Weile bleibt. Frag einfach nach! Ein Zeitraum von 1-3 Monaten ist oft drin.

Es gibt sogar Arbeitgeber, die die Auszeit vor Jobantritt fördern. Denn wer seinen Traum gelebt hat, verlässt das Unternehmen nicht so schnell wegen unerfüllten Wünschen. Außerdem kommt er mit mehr Erfahrungen von einer Reise zurück und ist Entspannt beim Antritt des Jobs und kann umso besser loslegen.

 

2. Unbezahlter Urlaub

Gerade in Kombination mit dem bezahlten Jahresurlaub ist der unbezahlte Urlaub eine gute und vor allem leicht umsetzbare Option. Auch wenn der unbezahlte Urlaub in Deutschland nicht übermäßig verbreitet ist, lohnt sich oft das Gespräch mit dem Vorgesetzten. Wichtig für ihn werden Fragen wie die Erledigung deiner Aufgaben während deiner Abwesenheit sein und vielleicht sammelst du ja auch wichtige Erfahrungen die du im Job einbringen kannst. Manchmal regelt auch ein Tarifvertrag den Rahmen für unbezahlten Urlaub.

Wichtig zu wissen: Das Arbeitsverhältnis ruht in der Zeit des unbezahlten Urlaubs. Deswegen musst du deine Kranken- und Sozialversicherungen (Rente usw.) klären und dich wahrscheinlich zusätzlich versichern. Doch die Krankenversicherung im Ausland ist meist deutlich preiswerter als die deutsche KV.

 

3. Urlaub und Überstunden aufsparen

Viele Firmen sehen das nicht so gern und wollen, dass ihre Mitarbeiter ihren Urlaub jedes Jahr nehmen. Aber manchmal ist es möglich, eventuell nach Absprache, ein Jahr lang keinen oder kaum Urlaub zu nehmen und im Folgejahr z.B. zwei Jahresurlaube zusammenzulegen. Wenn du dann noch ein paar Überstunden angesammelt hast, ist eine lange Reise sicher drin. Der Vorteil: Dein Gehalt kommt weiter monatlich aufs Konto.

 

4. Elternzeit

Mütter und Väter haben bis zur Vollendung des 3. Lebensjahrs ihres Kindes einen Anspruch auf Elternzeit. Die 14 Monate können die Partner auch unter sich aufteilen, das bedeutet beide können gleichzeitig in Elternzeit gehen. Die gute Nachricht: Das Elterngelt ist nicht an einen Aufenthalt in Deutschland gebunden! Ich habe unterwegs Eltern kennengelernt, die mit ihren Kleinen im Wohnmobil durch Neuseeland oder die USA gereist sind.

 

5. Teilzeitarbeit, Zeitkonten und Sabbatical

Zeitlich befristet aus dem Job aussteigen und dabei ein Gehalt und die Sozialleistungen behalten: Es gibt verschiedene Modelle des Sabbaticals und von Zeitkonten, das Prinzip ist oft ähnlich: Man arbeitet mehr Stunden, als man vergütet bekommt und darf die so „angesparte Zeit“ im Anschluss frei nehmen. Manchmal wird dazu eine Vollzeitstelle in eine Teilzeitstelle umgewandelt, bei Teilzeit-Gehalt wird Vollzeit gearbeitet und entsprechend Zeit gesammelt.  Zeitkonten sind ein ähnliches Modell, die Bezahlung fällt geringer aus bei gleicher Arbeit. Für Beamte (z.B. Lehrer) und in der Wissenschaft gibt es entsprechende Sabbatical-Regelungen, zahlreiche Unternehmen bieten ebenfalls die Möglichkeit der Auszeit an.

 

6. Freelance oder Telearbeit

Manchmal ist es möglich, die Arbeitsstunden zu reduzieren und von unterwegs zu arbeiten. Denn viele Arbeiten sind dank Internet gar nicht mehr an einen Ort gebunden. Allerdings ist echte Telearbeit noch eine Seltenheit und nicht immer praktizierbar.

Die Alternative des Arbeitens von Unterwegs sind Freelance-Tätigkeiten. Viele Berufe, insbesondere der UIT- und Medienbranche können Ortsungebunden arbeiten (Mediengestaltet, Autoren, Blogger, Webdesigner, Programmierer u.a.). Die Journalistin Meike Winnemuth gewann z.B. bei Wer wird Millionär 500.000 Euro, reiste damit ein Jahr um die Welt und schrieb ein Buch darüber. Ihre Erkenntnis: Weil sie von unterwegs gearbeitet hat, hätte sie die Reise auch ohne den großen Gewinn machen können.

Jobs als Freelancer und Inspiration welche Tätigkeiten gesucht werden findest du auf Portalen wie gulp.

 

7. Altersteilzeit

Arbeitnehmer die über 55 Jahre alt sind, können gleitend und schrittweise in den Ruhestand gehen, also peu a peu ihre Stunden reduzieren. Die allermeisten nutzen die Altersteilzeit aber als Blockmodell: Sie arbeiten die erste Hälfte Vollzeit und können dafür früher aufhören zu arbeiten. Üblicherweise wird 1,5 Jahre im Block gearbeitet und 1,5 Jahre früher in Rente gegangen. Aber auch individuelle Vereinbarungen mit dem Arbeitgeber sind denkbar.

 

8. Die Kündigung

Ist tatsächlich auch eine Option, sollte allerdings gut durchdacht werden. Vor allem: Wie sehen die Branche und die beruflichen Perspektiven momentan aus? Und: Welche (finanziellen) Verpflichtungen habe ich während und nach der Reise?

Unsere Erfahrung: Bei der Jobsuche nach der Reise wird übrigens das Thema Weltreise von vielen Arbeitgebern nicht als Einstellungshürde gesehen, ein großes Plus aufgrund der neu angeeigneten Softskills ist es allerdings auch weniger verbreitet als man denken würde.

 

 

Bonus-Idee, wenn das oben Genannte für dich nicht funktioniert:

Expat auf Zeit: Im Ausland arbeiten

Warum nicht eine Zeit im Ausland leben und den dortigen Wohnort als Basis für Reisen und Erkundungen nehmen? Viele internationale Unternehmen bieten Austauschprogramme oder Positionen im Ausland an.  Oder du suchst dir einen Job im Ausland, je nach Land und Qualifikation können sich spannende Möglichkeiten ergeben. Und  von Hongkong oder Shanghai aus kann wunderbar Asien erkundet werden oder Dubai ist beispielsweise ein internationales Luftdrehkreuz mit Verbindungen in die ganze Welt.

 

Alle Möglichkeiten sind machbar und haben eine große Gemeinsamkeit: Im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber funktionieren sie am besten. Sprich am besten gut vorbereitet und diplomatisch mit deinem Vorgesetzten, erkläre ihm was er davon hat und plane genug Vorlaufzeit ein um gemeinsam einen Weg zu finden.

 

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