Reisen generell
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Wie ich meinen Job kündigte und 8 Monate auf Weltreise ging

Es war mein Traum: Vor einem Jahr im August habe ich mir eine berufliche Auszeit genommen und bin auf Weltreise gegangen. Der Weg dahin war nicht einfach. Vor allem für die Kündigung brauchte ich eine riesengroße Portion Mut.

Fanta auf dem Karussel

 

Soll ich?

Meine Situation war schließlich komfortabel: Ich hatte einen guten Job und arbeitete an großen Projekten. In meiner Freizeit spielte ich E-Gitarre in einer Rockband. Besser wird’s nicht, oder?!

Doch da war diese Idee, die in mir nagte. Die kam so: Bei meiner ersten Fernreise seit ich arbeitete, es ging nach Australien, lernte ich zwei Briten kennen. Simon und Henrietta erzählten mir, sie hätten ihre Jobs gekündigt und reisten jetzt durch Thailand, Australien und Neuseeland. Das musste sich erst mal setzen, so was hätte ich NIEEEMALS gewagt.

Vier Jahre lang arbeitete diese Begegnung in mir: Beim Kaffee in Lissabon, beim Besuch der Miles-Davis-Ausstellung in Paris oder während des Indian Summer in Neu-England. Mehr Zeit zum Reisen und Fotografieren, das wär’s doch!

Die Entscheidung kam mit der Zeit: Warum nicht einfach los? Es war die gewollte Sicherheit, die mich festhielt! Ich stellte mir schließlich diese Fragen: Was brauche ich wirklich? Was ist mir wichtig? Ist es möglich, wieder einen Job zu finden? Und: Warum nicht einfach machen? Die Gründe, die gegen eine große Reise sprachen, wurden weniger. Ich musste mir selber viel über mich und mein Leben eingestehen, gar nicht so leicht.

Richtiges Glück war, dass meine Freundin den gleichen Traum hatte. So fiel unsere Entscheidung: Wir geben unsere Jobs auf und machen die Weltreise!

 

Vor dem Chef

Die Spannung war unerträglich, am Tag meiner Kündigung war ich nervös. Tagesüber nahm ich an einem internationalen Workshop teil, den Termin mit dem Chef hatte ich erst abends. Mit jeder Stunde wurde ich innerlich aufgewühlter. Um mich herum meine Kollegen und ich durfte mich (noch) nicht verraten!

Es braucht Mut: Obwohl ich es ganz fest wollte und mein Entschluss sowas von fest stand, musste ich mir einen richtigen Ruck geben. Zwei Dinge waren zu tun: Der Gang zur Personalabteilung („Was, Du?!“) und der Gang zum Chef („Wie lange hast du das schon geplant?“). Wie auf Watte funktionierte ich und zog es durch. Es war nicht leicht, meinen Traum zu verwirklichen. Ich brauchte allen Mut und die ganze Stärke, die ich in mir sammeln konnte.

Es dauerte ein wenig, bis die Erleichterung kam, einige Tage sogar. Aber dann fühlte es sich gut an, in mir drin freute ich mich auf die Reise. Eine Zuversicht und ein zufriedenes „ich-mache-das-wie-geil“ breiteten sich tief in mir aus.

 

Einfach machen

Der Plan stand schon, eigentlich. Doch dann änderte sich nochmal die komplette Route. Denn zum Glück achteten wir auf Reisezeiten (später eine unserer wichtigsten Erfahrungen) und umhingen die Sommerferien in Neuseeland und die Regenzeit in Asien. Bali wurde zum ersten Stopp, eine Insel die ursprünglich in der Route gar nicht vorgesehen war.

Abwickeln und Aufgeben, das begann jetzt. Ich fühlte mich, als ob ich mein eigenes Leben einfach abwickelte und in Kisten packte. Die Wohnung wurde untervermietet, Verträge gekündigt oder ausgesetzt, Habseligkeiten in Kisten verstaut. Bekanntes und Kontinuität-Gebendes verschwanden Stück für Stück. Ich war in einem merkwürdigen Schwebezustand.

Als es losging hielt dieser Zustand an, der auf nichts basiert, weil noch keine Basis aufgebaut war. Die Fahrt zum Flughafen war wie im Film. Unwirklich, wie wir in den Airbus von Qatar Airways stiegen. Komisch, wie wir am ersten Morgen in Sanur am blauen Pool direkt vor unserem Zimmer standen. Das neue Leben begann nur langsam, ich musste auf der Weltreise ankommen.

Jeden Tag wurde es besser. Jeden Tag entdeckte ich neue Kleinigkeiten und erlebte tolle Dinge. Mit jedem Tag bestätigte ich mir: Es war richtig was ich tat. Es war mein Traum gewesen und jetzt lebte ich ihn. Das Beste und Wichtigste, was ich für mich tun konnte!

 

 

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