Australien, empfohlen, Ostküste
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Fraser Island

Der frühe Vogel fängt den Wurm: Um sieben Uhr in der Früh holte uns unser Shuttle zur Fähre ab. Die Sonne war gerade erst am Aufgehen, es war noch kühl und die Papageien machten einen Lärm in den Bäumen. So starteten wir verpennt in Richtung Fraser Island.

Regenwald auf FraserFlugzeug am Stranddas SchiffswrackDetail am Wrackcoloured sandsLake McKenzieFanta am Lake McKenzieFähre nach HauseFraser ist die größte Sandbank der Welt, 124 Kilometer lang. Auf einer dünnen Humusschicht wachsen Bäume zu einem Regenwald. Ein Bus mit 4-Radantrieb fuhr uns auf einer Sandpiste durch eben diesen Wald. Wer schon einmal im Sand gefahren ist, weiß, dass an weiterschlafen nicht zu denken war. Mit 10 km/h ging es mit einem Wumms durch Schlaglöcher, die den Namen Krater verdient hätten. Aber kein Problem, der Busfahrer hatte uns zu Beginn der Tour gezeigt, wie die Dachluken aufgehen –nur für den Fall, dass der Bus umkippt.

So startete unsere erste Tour durch einen australischen Regenwald. Der übrigens sehr beeindruckend war. Mit unglaublich klaren Bächen (der Sand filtert das Regenwasser), Lianen und sehr dicken hohen Bäumen (es sind im 19 Jahrhundert einige für den Schiffbau abhanden gekommen). Und wie gesagt, das alles wächst auf nur wenigen Zentimetern Humus.

Nach dem Regenwald sind wir auf die Autobahn von Fraser Island gefahren: der Strand im Osten der Insel. Hier ist eine Geschwindigkeit von 80 km/ erlaubt, es gibt extra ein Verkehrsschild im Sand. So fetzten wir am Wasser entlang, die Gischt spritzte wenn wir den Wellen zu nahe kamen und ab und zu kam in der Ferne im Meer ein Wal vorbei. Auf dem Sand fahren übrigens nicht nur Busse, sondern landen auch Flugzeuge. Der braungebrannte Pilot mit blonden Locken warb ganz ausdrücklich über die einmalige Gelegenheit für nuuur 70 Dollar 15 Minuten mit ihm fliegen zu können. „Someone else?! Opportunity of a lifetime! There are only 2 or 3 places in the world where you can land on a beach!“

Trotz der Verführung erreichten wir doch über den Sandweg das alte rostige Schiffswrack der Maheno. Der Luxusliner kam 1935 in einen Zyklon. ….. Seitdem liegt sie im Sand von Fraser Island und wird von Jahr zu Jahr durch den Rost immer weniger. Auch wenn es nur ein Wrack ist, es ist sensationell wie die rotbraunen Schiffsreste im hellen Sand liegen und mit jeder Welle das Meer an ihnen nagt. Unser Busfahrer konnte als Kind noch ohne Probleme auf dem Wrack spielen, da war noch keine Spur von dem Rost.

Die ganze Insel besteht aus Sand. An zwei Stellen haben wir sehen können, was das für Besonderheiten hervorbringt. An einer Klippe (aus Sand natürlich) sieht man wie farbiger Sand über viele viele Jahre geschichtet wurde. Die zweite Besonderheit sind die Seen wie der Lake McKenzie. Das Wasser ist glasklar und süß. Ich habe mal gehört, man könne nachts mit einer Taschenlampe durch den gesamten See hindurchleuchten, so klar sei das Wasser. Zum dumm für Fanta, dass er seine Badehose vergessen hatte – bei diesem klaren Wasser würde Nacktbaden ja sofort auffallen. Also sonnte er sich in einem Baum am Ufer während wir in diesem süßen klaren See eine Runde schwammen und tatsächlich noch unsere Füße sehen konnten als das Wasser des Sees uns schon bis zum Hals stand.

Pünktlich zum Sonnenuntergang ging es dann zurück auf die Fähre. Der Sonnenuntergang war übrigens gegen fünf Uhr abends. So früh wie die Tage hier in Australien beginnen, so früh enden sie auch wieder: Es wurde jetzt kühler und ein Schwarm Flughunde (Flying Foxes) machte Lärm in der Dämmerung.

1 Kommentare

  1. Janina sagt

    Sandpisten gibt es auf Madagaskar auch mehr als genug, ich kann das „schunkeln“ also gut nachvollziehen und man braucht schon mal 30 Minuten für 6 km. Schlimmer sind nur noch asphaltstraßen, die nicht repariert werden, die Löcher dort sind eher Elefantenbadewannen.

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