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Urlaub in Wien voll historisch: meine Highlights

Wie war’s in Wien? Voller Historie und Highlights! Nein, nicht die lahmen Fakten die wir im Geschichtsunterricht pauken mussten, sondern viele Gebäude und Plätze, die eine Geschichte zu erzählen hatten! Wir mussten nur hingehen und Augen und Ohren offen halten.

 

Der Dom und sein Turm

Das erste was wir machten, gleich am ersten Morgen: Rauf auf den Turm vom Stephansdom. Ich bin sicher, von innen ist der „Steffl“ auch ganz großartig, doch wir wollten nur Wien von oben sehen. Lange war der Dom das höchste Gebäude der Stadt und noch heute ist er höher als die Dächer in seiner Umgebung. Der perfekte Tipp zum Start unserer Erkundungstour!

Aussicht vom Stephansdom

Hinter dem Kassenhäuschen begann die Wendeltreppe: Sie war sehr eng, aus Stein und dunkel, die Stufen und die Wände abgeschliffen und poliert von den Millionen Händen und Füßen die hier schon durch gekommen sind. Langsam stiegen wir nach oben, zu schnell durften wir nicht werden, da bekam ich einen Drehwurm. Und dann passierte das unausweichliche: Uns kamen in dieser Enge Leute entgegen. Langsam tasteten wir uns in der dunklen Röhre aneinander vorbei, Zentimeterweise und immer achtsam um nicht abzurutschen.

Nach 343 Stufen waren wir oben in der Türmerstube angekommen. Die Aussicht über Wien und auf das bunt gemusterte Dach des Stephansdoms war unsere Belohnung. Das Dach war großartig, ein Mosaik aus farbigen Dachziegeln. Um den Dom herum waren die Dachwohnungen ausgebaut, manchmal mit Dachfenstern über der Bar oder mit Glasfronten und Ledersofa für den Domblick. In der Stube die Info-Hör-Automaten und ein Tresen an dem Postkarten verkauft wurden. Im vorbeigehen schnappte ich Dom-Fakten auf: „Es kost 15 Million Euro im Jahr, dass der Dom überhaupt steht“ Hui, dachte ich, da gehen alle Eintrittsgelder und Konzerteinnahmen drauf.

 

Die Staatsoper

Jeden Tag gibt’s eine andere Aufführung! Nur für den Fall, dass man ein paar Tage in Wien ist und jeden Tag Lust auf eine neue Oper hat. Allerdings war die Vorstellung für den Abend bereits ausverkauft. Aber es gab etwas wie wir fanden viel Besseres: Führungen durch das Wiener Opernhaus! Schnell die Karten für die Tour gesichert und im Vorraum gewartet. Deutschsprachige waren in der Minderheit: Chinesisch, spanisch, italienisch, russisch, englisch, französisch, es gab Touren in allen Sprachen. Alle Reisegruppen wuselten durchs Foyer, schon hier auf der Jagd nach dem besten Opernfoto.

Saal der Oper in Wien

Es ging los, gleich zu Beginn die Spielregeln von unserem Guide: „Bitte die Gruppe nicht verlassen, man kann sich in der Wiener Staatsoper gut verlaufen, glauben Sie mir!“ Also teilten wir die Arbeit unter uns auf: Einer ließ sich leicht hinter die Gruppe zurückfallen um Fotos zu schießen, der andere passte dafür auf, wo es hinging und holte den anderen dann nach.

Die Geschichte des Opernhauses und vor allem ihrer Architekten war ein bisschen tragisch: Denn zu Beginn mochten die Wiener ihre neue Oper nicht und auch der Kaiser fand’s fad. Der Architekt Eduard van der Nüll beging voller Scham Selbstmord und sein Partner August Sicard von Sicardsburg verstarb ein paar Monate darauf ebenfalls. Alles was neu ist halt…

Die geführte Tour durch die Oper hatte es dann aber in sich: Die Kaisertreppe war prächtig und die privaten Räume des Kaisers unfassbar prunkvoll. Der Kaiser nutzte seine Räumlichkeiten ausgiebig, denn er mochte Opern nicht und verzog sich lieber in seinen Raum um mit seinen adligen Kumpels zu chillen, während sich die Sänger auf der Bühne abrackerten.

Doch am tollsten war der Opernsaal, der letzte Stopp der Führung: Mit dem Kronleuchter, den vielen Logen und dem vielen roten Stoff war er wirklich spektakulär! Weiteres Highlight sind die Stehplätze. Ja ehrlich, wer stehen mag, Tickets gibt es für 3-4 EUR an der Abendkasse!

Die Führung durch die Wiener Staatsoper war wirklich ihr Geld wert. Wer also mal das Haus sehen möchte ohne einer ganzen Oper lauschen zu müssen: Täglich geht es in d. Regel um 15 Uhr los. Aber unbedingt vor Ort nochmal informieren, die Führungszeiten variieren gelegentlich mit dem Spielplan.

 

Besuch bei Freud

Die alte Wohnung und das Büro von Siegmund Freud standen natüüürlich auf der Liste unserer zu besuchenden Wien-Highlights! Auch wenn es dort ganz anders war, als erwartet: Denn die Räume sind nicht mehr im Originalzustand, Freud nahm alle seine Habseligkeiten mit, als er vor den Nazis nach Großbritannien floh. Der Flur scheint noch im Originalzustand zu sein, aber sowohl das Wartezimmer als auch Arbeitszimmer und Büro von Freud wurden neu gestaltet, nachdem die letzten Mieter ausgezogen waren und die Räume zum Museum werden konnten.

Bei Freud vor der Tür

Richtig toll: Der Audioguide war gratis. Über die Tonspur, über die Ausstellungsstücke und Abbildungen gibt es viele kleine Geschichten über Freud und sein Schaffen. Wie diese hier: Ein guter Freund war Morphiumsüchtig. Freud versuchte ihn mit einer neuen Methode zu heilen: Er verabreichte ihm Kokain der Firma Merck (!). Die Therapie war erfolgreich, die Morphiumsucht besiegt, nur war der Freund dann kokainabhängig. Und auch Freud fand durchaus Gefallen an den Selbstversuchen des „Medikaments“, so sehr, dass er auch seiner Verlobten ein Päckchen davon schickte.

 

Am Hundertwasserhaus

Nein, reingehen konnten wir leider nicht, es leben Menschen darin in ihren Wohnungen. Ist ja klar, dass niemand die täglichen Massen an Touristen in seinen Gemächern aushalten würde. Und es liegt auch noch ab vom Schuss, abseits der zentralen historischen Sehenswürdigkeiten. Trotzdem: Es musste sein, Hundertwasser gehört einfach zum Wien-Urlaub dazu.

Hundertwasser-Haus

15 Minuten liefen wir vom Bahnhof Wien Mitte durch die Wohngegend. Es war ein sonniger Tag, alles war ruhig, ein netter Fußmarsch. Wir schauten also nur von außen, doch auch das war den Weg wert: Bunt, die Spuren der Zeit waren an den Farben schon sichtbar, viel größer als ich dachte (einmal ums Eck) und die Bäume die auf dem Haus wachsen waren auch schon ganz schön groß geworden.1986 war es das erste von den Hundertwasser-Häusern, danach standen andere Städte und Bauherren in Deutschland und Österreich Schlange um auch so ein tolle Haus bei sich gebaut zu bekommen.

Gegenüber lag eine nach Hundertwasser-Art gestaltete Touristen-Passage mit Souvenirläden und einer im Hundertwasser-Stil gestalteten Toilette mit deftigem Eintritt. Ein Fake, Hundertwasser hat nur ein Klohäuschen gestaltet, und zwar in Neuseeland.

 

Der goldene Strauß

Das Ding ist ein regelrechtes Pilgerziel von Wien-Touristen: Der goldene Geiger. Mit Ipad zum Fotografieren scharrten sich die Menschen davor und warfen sich verzückt in Pose. Als ich davor stand, fühlte ich mich an André Rieu und Konsorten erinnert. Etwas viel Gold, das in der Sonne aber ganz schick glänzte. Doch die Marmorarbeiten hinter dem Geiger sind großartig.

der goldene Strauß

Fragte mich, was die Faszination am Denkmal für Johann Strauß ausmachte. Hatte die Fans des Geigers in Verdacht, bei seinem Anblick gedanklich auf Zehenspitzen im Takt der schönen blauen Donau durch die Staatsoper zu hüfen.

ab 1:48 geht es richtig los

 

Die Albertina

Die Albertine sieht von außen nur halb so cool aus wie sie von Innen ist: Prachträume und großartige Ausstellungen (aktuell: Matisse). Leider herrschte komplettes Fotografierverbot, deswegen kann ich meine Bilder aus dem Inneren hier nicht herzeigen.

Albertina am Abend

 

Karlskirche

Über den Weihnachtsmarkt vor der Karlskirche hatte ich ja schon geschrieben. Aber auch ohne vorweihnachtliche Punsch-Stände war sie schon von außen einen Besuch wert. Die große Kuppel mit den beiden Säulen auf denen die goldenen Adler thronen und die verzierte Fassade waren einfach wow. Wer mag, kann auch rein gehen, uns war der Eintritt ein wenig zu happig.

Fanta vor der Karlskirche

 

Die Burgermacher

Eine Hommage ans Essen. Weil sind wir doch ehrlich, wenn’s nicht schmeckt, ist die halbe Reise schon mal futsch. Das kann bei den Burgermachern nicht passieren, alles war einsame Klasse, wirklich alles: Das Essen ist selbstgemacht und nur aus guten Zutaten, das schmeckte ich vor allem dem Burger an, dessen Fleisch so lecker war, dass es kaum Soße brauchte. Dazu selbstgemachter Ketchup (Kurkuma war sein Geheimnis, verriet mir Babsi noch beim Rausgehen) und ein Salat mit einem wiiirklich gelungenen Dressing. Dazu ein Bier aus dem Kühlschrank mit über 1000 Sorten (ich hatte keine Ahnung, aber Babsi hat aussuchen geholfen). Alles war mit so viel Lieben zum Essen und zum Detail gemacht, wie man es selten findet. Deswegen auch ein klares kleine-Weltreise-Wien-Highlight.

Die Burgermacher sind in der Burggasse 12, und vergesst am Wochenende nicht, zu reservieren. Wir hätten fast nichts zu Essen bekommen!

 

Und sonst noch so?!

Fanta und die Ketten-Melange

Das lange Wochenende in Wien war zu kurz. Es gibt noch so viel mehr zu sehen. Da bleibt noch viel für einen nächsten Besuch:

  •  Das Schloss Schönbrunn (Sissi-Schloss!) mit dem Tierpark und den riesigen Gartenanlagen (mit Labyrinth!)
  • Der Prater und das Riesenrad
  • Die Altstadt mit dem Graben, dem Mozarthaus usw. usw.
  • Kaffeehäuser (sie waren einfach zu voll, wir bekamen einfach keinen Platz)
  • Die Hofburg
  • Das Burgtheater
  • Schloss Belvedere
  • die Wiener Unterwelt
  • Und so weiter und so fort…

 

 

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