Vietnam
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Wasserpuppentheater gibt’s nur in Vietnam

In Hanoi gibt es ein Wasserpuppentheater. Klar, Kasperletheater kenn ich schon, Marionettentheater auch. Das mit den Wasserpuppen gibt es nur hier und in Saigon, nirgends sonst auf der Welt. Das müssen wir sehen.

Wasserpuppentheater in HanoiDie Puppen im VorraumDie Vorstellung kann beginnenDie Drachen balgen sichDie Schirme drehen sich!Die PuppenspielerTickets kaufen wir einen Tag im Voraus, der Andrang ist groß, weil das Thăng Long Wasserpuppentheater so bekannt ist. Ganze Vorstellungen werden von Reiseveranstaltern aufgekauft. Entsprechend westlich ist das Publikum.

Die Bühne ist ein trüber See. Früher wurden die Stücke im Dorfteich aufgeführt, heute ist halt ein See anstelle der Bühne im Theatersaal installiert. Auf einem Podest daneben sitzen das Orchester mit traditionellen Instrumenten und die Sänger. Eine Erzählerin erzählt die Geschichte, die Puppen „sprechen“ nämlich nicht.

Und dann geht es los. Zu chillig-kitschig-seichter Musik mit vietnamesischem Gesang treten Drachenpuppen auf. Nein, sie tauchen auf. Der Drache trifft eine Drachendame, sie tollen durch den See, werden immer wilder, bis zum Höhepunkt Wasser in einer Fontäne spritzt. Am Ende des subtil-erotischen-Puppenspiels haben die beiden ein großes Ei zum ausbrüten. Daraus schlüpfen dann die Puppen, die das vietnamesische Volk darstellen, verkündet die Erzählerin.

Und dann geht sie los, die Erzählung über Vietnam und seine Menschen: Wie sie Reis anbauen (die Puppen pflügen durchs Wasser). Wie sie den Schirm benutzen (die Puppen zeigen wie sie den Schirm überm Kopf drehen, gegen Sonne und gegen Regen). Und wie sie miteinander tanzen (die Puppen huschen im Takt umeinander herum).

45 Minuten lang geht das so. Eher ein Fluss von Darstellungen. Keine spannende Geschichte mit einem Helden, seiner Mission und einem glücklichen Ausgang. Aber dafür im Wasser und mit ziemlich gut performter Musik.

Nahc der Vorstellung zum Applaus kommen die Puppenspieler hervor. Sie stehen bis zum Bauch im Wasser und führen die Puppen an einer Art Besenstiel über die Bühne. Hier der letzte Unterschied zum uns bekannten Puppentheater: verbeugen können sich die Puppenspieler nicht, da würden sie ja untergehen.

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