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Winterurlaub auf bayrisch: Die Berge und Oberammergau

Spießig oder Bilderbuch?! Bayern und Winter passen zusammen, finde ich jetzt. Früher war das Voralpenland für mich der Innbegriff der Spießigkeit, heute hat sich das gewandelt in Idylle und heile (Urlaubs-)Welt. Das Liegt sicher an den schönen Bergen und dem tollen Essen. Und vielleicht daran, dass ich als Stadtmensch gerne in die Natur fliehe. Urlaub auf bayrisch, in einem der urbayrischsten Orte die es gibt: In Oberammergau.

Nach dem Gletscher in NeuseelandIrland und Wien habe ich auch in den Alpen ein wenig gefilmt. Hier also zur Einstimmung ein paar Eindrücke im Video, die ersten Gehversuche der kleinen Gopro:

 

Kleine bunte Häuser

bemalte Fassade in Oberammergau

Wirklich schön: Die bemalten Häuser. Lüftlmalerei nennt man das in Oberammergau, vor allem biblische Szenen aber auch andere Motive machen die Fassaden bunt. Kombiniert mit einer anderen Spezialität aus Oberammergau, der kunstvollen Holzschnitzerei („Herrgottsschnitzer“) ist ein Bummel durch das Örtchen grandios. Es gibt viel zu gucken, wir ziehen von Hauswand zu Hauswand und von Schaufenster der Holzschnitzereien zum nächsten Schaufenster: Darin die durchaus kitschigen und dennoch kunstvoll gearbeiteten Narrenfiguren und wieder (geschnitzte) biblischen Szenen.

 

Die Berge

Ehrwalder Alm

Bayern, das bedeutet Berge: Die Alpen sind nah und Oberammergau hat seinen eigenen Hausberg: Den Kolbensattel mit dazugehörigem Skigebiet. Gerade am Wochenende merke ich, das ich im Süden bin: Die Kleinen, vielleicht fünf- bis sechs Jahre alt, sind diejenigen die den Berg am schnellsten runterfetzen. Wer hier wohnt, kann schon von Klein auf Skifahren. Ich selber habe da deutlich mehr Mühe. Wie jedes Jahr wackel ich auf den Brettern den Berg runter, um das Skifahren nicht zu verlernen.

Die Blaue Piste ist wie für mich gemacht: Ausreichend breit, und ein Stück sogar nicht allzu steile Autobahn. Zugegeben, nur eine richtige Abfahrt, aber die ist richtig lang. Ein guter Teil der Pisten war gesperrt, denn dieses Jahr gibt es „koan richtgen Winter.“ Bei bis zu 10 Grad in der Nachmittagssonne schieben sich die nassen Schneehügel auf der Piste zurecht. Macht aber nichts, die Hütte oben hat eine Terrasse, da ist’s gerade bei warmen Sonnenwetter richtig nett. Wer braucht schon richtigen Winter?!

Pause auf der Hütte

angebundener Hund auf der Hütte

Ein echter Tipp in der Region ist auch das Skigebiet in Ehrwald, so eine Stunde Fahrt direkt hinter der Grenze in Österreich. Da kann man auf dem Rückweg gleich nochmal günstig tanken. Aber erst mal zum Skigebiet an der Rückseite der Zugspitze: Das Panorama ist der Knaller und bei Sonne sind viele Pisten nach Süden ausgerichtet, da macht das Fahren richtig Spaß. Auch die Hütten haben Sonnenterrassen und die Pisten sind richtig gut, schön zu befahrene blaue Autobahnen.

Und wer mag kann auch aufs Zugspitzplateau. Diesmal waren wir da nicht, aaaber ich habe ein Foto von der Zugspitze kurz vor dem Unwetter gemacht:

Zugspitze in Wolken

 

Ein Hauch von Olympia

Im benachbarten Garmisch Patenkirchen gibt es eine ganz besondere Attraktion: Die große Olympiaschanze, die 2008 als freischwebende Riesenkonstruktion neu gebaut wurde. Zum Neujahr findet hier immer das große Skispringen statt, jetzt im Februar ist nicht viel los. Am benachbarten Hang üben ein paar Talente Slalom. Und die Schanze kann besichtigt werden. Entweder mit Führung, oder wie wir einfach auf dem Rundweg mal um die Schanze herumlaufen. Als ich darunter stehe find ich sie schon ziemlich groß, ich kann mir bei dem Anblick nicht vorstellen, dass dort auch nur irgendwer erwägen würde runterzuspringen. Heftige Höhe hier.

Skischanze in Garmisch

 

A -Hirsch! – Rotwild ganz nah

Eine Wildtierfütterung im Winter! Nicht, dass ich noch nie einen Hirsch gesehen hätte, aber in Graswang wird im Winter abends das Rotwild gefüttert. Da kommen bis zu 90 Tiere auf einmal ins Tal zum fressen.

A Hirsch

„Warum mochen mir des überhaupt, die Tier zu füttern?!“ stellt der Waldarbeiter die rhetorische Frage. Gerade hatte er noch Heu, Rüben und Kastanien auf der Fläche vor dem tribühnenartigen Bau verteilt. „Früher sind die Tiere in die Auenwälder an den Flüssen im Flachland gezogen. Heut gibt’s diese Auenwälder nicht mehr, der Mensch hat sie beseitigt. Das zwingt die Tiere im Winter hier zu bleiben.“ Und damit die Tiere, gerade wenn es in den Bergen geschneit hat und der Winter hart ist, nicht den ganzen Wald verwüsten (die eine oder andere Baumrinde könnte dran glauben), werden sie im Winter gefüttert. Netter Nebeneffekt: Sie haben sich an Zuschauer und lebhafte Kindergruppen gewöhnt.

Übrigens, wer Lust hat, kann im Anschluss an die Wildtierfütterung eine Hirschsalami oder eine Hirsch-Knackwurst kaufen. Die schmecken gar nicht so schlecht.

 

So ist’s also im Winterurlaub auf bayrisch. Dazu kommt noch das Essen (Windbeutel, Torten, Hirschgulasch, Schweinebraten) und das lokale Bier (Ettal hat eine eigene Klosterbrauerei). Und selbstverständlich die lokale Mundart. Ist doch ganz idyllisch so ein Urlaub in den Alpen.

 

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