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Komposition von Fotos: 10 Kniffe für schönere Bilder

Es gibt einfache Tricks, wie deine Fotos (fast) immer gut werden. Das Geheimnis sind die Regeln der Komposition, Kniffe zur Gestaltung deines Bildes. Denn genau wie Maler oder Musiker müssen auch Fotografen komponieren. Manchmal passiert das nach Gefühl, manchmal richtet sich das Zusammenfügen der Elemente nach dem Motiv oder der gewünschten Aussage.

Hier 10 Regeln für die Komposition von Fotos, die dir sofort helfen schönere Bilder zu schießen:

 

1. Die Drittel-Regel

Fanta und die Drittel-Regel

Die Mitte vom Bild wird auch „totes Zentrum“ genannt. Denn zentral platzierte Objekte wirken nicht. Deswegen: Packe niemals dein in der Mitte des Bildes! Stattdessen denke dir Linien jeweils bei einem Drittel der horizontalen oder vertikalen Seite. Platziere das wichtige Bildelement auf einer dieser Linien oder dort wo sich zwei Linien treffen. Das macht das Bild spannender und einfach interessanter anzuschauen.

Alternativ kann man anstelle des Drittels auch den goldenen Schnitt zur Platzierung des Objekts wählen (5:2 Regel), doch die Drittel sind einfacher und pragmatischer.

Diese Regel ist eine der wichtigsten Grundregeln für die Komposition von Fotos und auch beim Schießen leicht anwendbar.

 

2. Elemente ausbalancieren

Balance Buddha

Wenn du ein tolles Motiv gefunden hast, vielleicht durch Beobachtung, dann beginnt mit dem Ausrichten der Kamera die Gestaltung des Bildraums. Die wichtigste Frage ist: Wie ordnest du die Objekte an?! Dabei kannst du einen kleinen Quick-Check machen:

  • Sind die Elemente ausbalanciert angeordnet? Wie steht es um Beziehung der Elemente zueinander und ihr jeweiliges Gewicht? (kein Übergewicht auf einer Seite o.ä.)
  • Achte darauf was alles im Bild ist und lass Unnötiges weg
  • Achte auf den Hintergrund! Manchmal springt ein ästhetisch katastrophaler Urlauber unbemerkt ins Bild, das will doch niemand?
  •  Soll das Bild symmetrisch sein oder lieber spannungsreich?

 

3. Statisch oder Dynamisch: die Wirkung

Dynamik in Melbourne

Soll das Bild eher ruhig oder bewegt wirken?! Mit der Wahl des Bildausschnitts und des Standpunkts beim Fotografieren kannst du dein Bild entsprechen gestalten.

Dynamisch und bewegt wirkt dein Bild, wenn du eine Perspektive mit diagonalen oder Fluchtlinien wählst, z.B. nah heran gehst, von oben/ unten oder seitlich fotografierst usw. Ein Trick können auch bewegte Elemente mit Bewegungsunschärfe sein.

Statisch oder stabil wirken ein gerader Winkel beim Fotografieren und eine symmetrische Bildaufteilung.

 

4. Linien lenken den Blick

Linien: Bangkok bei Nacht

Linien lenken den Blick durch das Bild. Diagonale Linien für die Dynamik oder gerade Linien für Statik und Bildteilung. Aber auch Zickzack, geschwungen, rund oder wie auch immer die Linie gestaltet ist: Hauptsache der Blick wird durch das Bild geführt.

Linien können klassischerweise Gleise, Straßen, Schatten, Fassadenteile, die Grenze zwischen Kontrasten usw. sein. Aber auch gedachte oder verlängerte Linien wie eine Blickrichtung oder die Zeigerichtung eines Fingers können funktionieren.

 

5. Kontrast und Farbe sind das Salz in der Suppe

Farbe und Kontrast: Essen in Bali

Suche Kontraste. Sie machen das Bild interessant, bringen Aussage und Lebendigkeit hinein. Z.B. Silhouetten bei Sonnenuntergängen. Kontraste eignen sich hervorragend, um Linien zu bilden. Farbliche Kontraste bringen Leben ins Bild und helfen eine Ästhetik zu entwickeln (oder es einfach schön erscheinen zu lassen). Kontraste zwischen Komplementärfarben funktionieren fast immer, aber auch jede andere kontrastform ist einen Versuch wert.

 

6. Der Vordergrund: Gib dem Bild Tiefe

Vordergrund: East Cape Neuseeland

Damit ein Bild tiefer wirkt, gibt es einen einfachen Trick: Gib ihm einen Vordergrund. Mittelgrund und Hintergrund sind ja meist sowieso vorhanden. Durch den Vordergrund (gern unscharf) bekommt das Bild mehr Tiefe. Nicht umsonst steht bei Filmaufnahmen oft irgendetwas Unwichtiges auf dem Tisch, nur zum Zweck einen Vordergrund herzustellen.

Ein weiterer Kniff Tiefe herzustellen, ist den Hintergrund unscharf werden zu lassen. Diese Technik kommt bevorzugt bei Porträts zum Einsatz.

 

7. Raum geben

Yeats in Irland

Objekte die sich bewegen könnten, auf etwas zeigen oder Blicke benötigen Raum. Raum im Bild wo sie sich hin bewegen können, hin gucken können oder hin zeigen.

 

8. Der (natürliche) Rahmen

Rahmen: Park am Südkreuz Berlin

Ist ein nettes Kann, aber kein Muss. Oft bietet sich ein natürlicher Rahmen für das Bild an: Äste von Bäumen können eine Szenerie einrahmen oder du fotografierst durch ein Fenster oder einen Torbogen um dein Bild ansprechend zu gestalten.

 

9. Und noch ein Tipp für Portraits

Portrait

Halte die Augen in der oberen Hälfte des Bildes, z.B. auf der oberen Drittel-Linie. Und wichtig bei Ganzkörper-Fotos: Behalte die Füße mit dran! Es scheint diesen Impuls zu geben die Füße mit abzuschneiden, auf unzähligen Schnappschüssen bin ich z.B. nur bis zum Knöchel abgebildet.

 

10. Brich die Regeln!

Regelbruch

Trainier beim Fotografieren die Kompositions-Regeln und probiere aus, wie zufrieden du mit deinen Bildern bist. Und wenn du viel geübt hast und richtig gut geworden bist, kommt das Schönste: Brich die Regeln!

 

Weitere Lektüre zum Thema Komposition:

 

Wenn du mehr willst…

… hier gebe ich weitere Tipps für bessere Bilder und zum Fotografieren üben:

 

Kategorie: Fotografieren

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Ich mag es zu reisen und zu fotografieren. Auf meiner Weltreise und vielen anderen Reisen habe ich einiges erlebt. Darüber schreibe ich in diesem Blog. Mehr über mich findet Ihr unter Über uns und in meinem Google+ Profil.

2 Kommentare

  1. Zu dem Abschneiden der Füsse habe ich eine lustige Geschichte aus China und zwar von meiner chinesischen Exfreundin. Auf unserer ersten gemeinsamen Reise stellten wir bald fest, dass wir eine ganz andere Meinung hatten, wie man gute Portraitbilder macht. Sie schnitt mir immer die Füsse ab, was immer dazu führte, dass ich sie noch einmal das Foto wiederholen liess. Sie hingegen war nicht zufrieden, wenn ich die Füsse dran liess. Sie forderte mich jedes Mal auf, diese abzuschneiden. Ihr Argument: Füsse sind schmutzig und gehören nicht auf ein Foto.

    Ich hab dieses Thema dann nicht mehr verfolgt und ich weiss nicht, ob das einfach ihre persönliche Meinung war oder ob es in China tatsächlich ein solches Empfinden gibt. Das mit dem schmutzigen Füssen kenne ich aber auch von anderen Ländern in der Region. Man sollte beispielsweise im Tempel nie mit den Füssen gegen eine Buddhafigur zeigen.

    • Tobias sagt

      Haha, stimmt ja, die schmutzigen Füße! Das ist wirklich eine schöne Geschichte! Hatte ich gar nicht dran gedacht. Wie unterschiedlich (und meist unbewusst) man doch in verschiedenen Kulturen handelt.

      Eine weitere Beobachtung aus Asien: Dort ist mir aufgefallen, dass ausnahmslos jeder sich in „Asian Pose“ (also die Finger zum Vicoty-V gestreckt) hat fotografieren lassen.

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