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Unvergessliche Sonnenuntergänge richtig fotografieren

Zum Sonnenuntergang wird der Himmel regelmäßig zum Spektakel. Regelmäßig stand ich mit Kamera und offenem Mund am Strand während das dramatische Schauspiel über mir alle Farben von blau-violett bis leuchtend orange-rot durchwechselte. Einfach Woow.

Selbstverständlich haben wir auf unserer großen Reise unzählige Abendrot-Fotos geschossen, zu beeindruckend waren die Sonnenuntergänge in Australien, Neuseeland oder Thailand. Im Laufe der Zeit haben wir viel gelernt: Wie gestalte ich das Motiv richtig, sodass die Bilder gut werden? Welche Einstellungen an der Kamera (ob Spiegelreflex oder Kompakt) nehme ich am besten vor? Hier ein paar Tipps und Tricks von „jeder kann sie umsetzten“ bis „ein bisschen muss man seine Kamera kennen“ damit die Fotos vom Sonnenuntergang (bzw. Sonnenaufgang) richtig toll werden.

 

Sonnenuntergang in Neuseeland am Meer

Sonnenuntergang in Neuseeland am Meer, nahe der Pancake Rocks

 

Nicht direkt in die Sonne gucken!

Wichtige Grundregel, die man zu leicht vergisst (eigene Erfahrung). Aber wenn du auch schon mal blinde Punkte auf der Netzhaut hattest vom Sonnegucken (gibt wunderliche Effekte beim Blinzeln), dann kennst du das Problem. Die Sonne kann den Augen und auch dem sensiblen Sensor der Kamera schaden. Deswegen gerade zu Beginn des Sonnenuntergangs, wenn das Licht noch viel Energie hat: Lieber auf das Display der Kamera schauen und den Fotoapparat nicht zu lange auf die Sonne richten.

 

Zeit nehmen und auch danach noch bleiben

Nimm dir Zeit ist eine Grundregel, denn gerade bei Sonnenuntergängen muss der schnelle Schuss nicht immer sitzen. Und bleibe noch ein wenig länger nach Sonnenuntergang, in der halben Stunde danach wird das Licht nochmal richtig schön!

Die Sonne ist gerade weg: Ko Lanta, Thailand

Die Sonne ist gerade weg: Ko Lanta, Thailand

 

Wolken = Drama!

Kleine Schäfchenwolken sind ein echter Glücksfall für den (Hobby-)Fotografen. Sie machen den Himmel dramatisch! Von „traumhaft-Prinzessinnenhaft“ bis „bedrohliche-Begegnung-der-dritten-Art“ sind alle Stimmungen und Szenen drin. Wolken sind einfach Glückssache und können grandiose Bilder geben.

 

Sonnenaufgang vom Vulkan Batur, Bali

Wolken zum Sonnenaufgang am Vulkan Batur, Bali

 

Gestalte den Vordergrund

Das Problem mit Bilder von Sonnenuntergängen: Sie sind oft lahm und austauschbar, ein Foto gleicht dem anderen. Deswegen nimm am besten etwas in den Vordergrund und reichere die Szene mit Details an!

  • Silhouetten von Personen, Leuchttürmen, Skylines, Gebäuden, Booten, Bäumen, Blättern, und Gräsern usw. geben dem Bild Tiefe und ein Motiv.
  • Den Vordergrund mit Blitz aufhellen: Schalte manuell den Blitz zu, um andernfalls schattige Elemente oder Personen erkennbar zu machen.
Sicht aus den Dünen, Neuseeland

Sicht aus den Dünen, Neuseeland

 

Die Sonnenblume mit Blitz ausgeleuchtet: Berlin, alter Flughafen Tempelhof

Die Sonnenblume mit Blitz ausgeleuchtet: Berlin, alter Flughafen Tempelhof

 

Tolle Farben hinbekommen

Die Farben kommen oft auf dem Bild nicht so toll rüber wie sie in Wirklichkeit waren, das ist wohl das größte Problem der Sonnenuntergangs-Fotografie. Oft liegt das am automatischen Weißabgleich der die Rottöne einfach schwachrechnet oder an der Überbelichtung des Bildes (alles wird hellrosa statt rot).

  • Einige (Kompakt-)Kameras haben ein Sonnenuntergangsprogramm. Probiere das mal aus!
  • Stelle den Weißabgleich manuell auf Sonne oder Schatten ein: Teste beide Möglichkeiten aus und vergleiche hinterher was die besser gefällt
  • Wenn der Himmel überbelichtet: Versuche händisch ein wenig unterzubelichten: Im manuellen Modus (bei meiner Canon ist es das „P“  Programm) einfach auf die „AV+/-“ Taste drücken und am Stellrad in den Minusbereich drehen. Nach meiner Erfahrung reicht meist ein -2/3, aber testet das einfach mal aus. Mehr zur Belichtungsmessung gibt es hier.
  • Übrigens, wenn die Szene zu dunkel geraten ist, kann mit der gleichen Technik auch überbelichtet werden: Einfach die Belichtungskorrektur in den Plusbereich einstellen (+2/3 sind oft super).
  • Manche Kameras haben einen Auto Exposure Lock (AEL), der verhindert, dass sich die Belichtung immer neu einstellt
  • Auch eine Option: Im Nachgang können natürlich Farbtemperatur, Sättigung, Helligkeit und Kontrast noch bearbeitet werden
Wolken in Neuseeland, dem Land der Sonnenuntergänge

Farben und Wolken in Neuseeland, dem Land der Sonnenuntergänge

 

Einstellung der Blende

Eine kleine Blende (soll heißen große Blendenzahl, so ab 6,3 aufwärts besser 8 oder höher) gibt zwei schöne Effekte:

  • mehr Tiefenschärfe, sowohl Vordergrund als auch Hintergrund werden scharf
  • eine kleine Blende macht die Sonne sternförmig.

Am besten nutzt du das Blendenautomatik Programm (AV) und ein Stativ.

Sonnenuntergang in Shanghai

Tiefenschärfe lohnt sich: Sonnenuntergang in Shanghai

 

Fotografieren mit Stativ und Ausrüstung

Ich bin ehrlich, ich hatte fast nie ein Stativ dabei und habe trotzdem Sonnenuntergänge fotografiert. Mit Filter, Stativ und langen Belichtungszeiten kannst du aber noch was aus den Bildern herausholen:

  • Kleine Blende (siehe oben)
  • ISO-Wert auf 100 stellen
  • Teleobjektiv bei wenig Licht
  • Tipps: nutze einen Fernauslöser oder Selbstauslöser mit Spiegelvorauslösung (verhindert das Verwackeln
  • Filter: Neutralfilter mit Verlauf (unten hell, oben abgedunkelt) hilft den Lichtunterschied zwischen Himmel und Land auszugleichen

 

Mache viele Fotos!

Tobe dich aus und experimentiere: Probiere verschiedene Ausschnitte und Objektive (Tele, Weitwinkel usw.), teste verschiedene Belichtungen, mache Serien, halte Regeln ein (goldener Schnitt) oder breche sie bewusst. Und: Komme mit leerer Speicherkarte zum Sonnenuntergang!

 

Wage mal ein Foto ohne Sonne

Der rote untergehende Ball ist faszinierend, aber manchmal lohnt es sich kurz zu schauen, was um dich herum noch passiert!

 

Sonnenuntergang ohne Sonne: Nusa Lembongan, Bali

Sonnenuntergang ohne Sonne: Nusa Lembongan, Bali

 

Großes Danke an die schöne Blogparade von Miss Porridge! Tina hat mir erst den Anstoß gegeben, mich durch meine Sonnenuntergangsfotos zu wühlen und nochmal darüber nachzudenken, wie sie eigentlich entstanden sind!

 

 

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